Tristan und Isolde im Kartenspiel: Zwischen mittelalterlicher Tradition und romantischer Umdeutung

Tristan und Isolde: Kris Waldherr: The Lover’s Path Tarot. Herausgegeben von U.S. Games Systems INC. Stamford 2004. Copyright © 2004, 2013 Kris Waldherr
Zitation
Beißner, Katrin (2026) Tristan und Isolde im Kartenspiel: Zwischen mittelalterlicher Tradition und romantischer Umdeutung, Interpretationen von Erzählwelten. Available at: https://literarische-gedankenexperimente.de/2026/01/12/tristan-und-isolde-im-kartenspiel-zwischen-mittelalterlicher-tradition-und-romantischer-umdeutung/ (Aufgerufen am: 12. Januar 2026, 21:39)

Zuletzt bearbeitet am 12. Januar 2026

Tristan und Isolde sind eines der bekanntesten Liebespaare der Literatur. Schriftlich tauchen sie erstmals im 12. Jahrhundert im französischen Versroman von Béroul auf (sein Tristan entstand um 1170-1190), der noch fragmentarisch erhalten ist. Der altfranzösische Versroman des Thomas von Britannien entstand kurz darauf etwa zwischen 1175 und 1210. Erzählt wird die Liebesgeschichte von Tristan, dem Neffen König Markes, und Isolde, der irischen Prinzessin, die für den König bestimmt ist. Schon bei Thomas und später auch bei Gottfried von Straßburg, der sich explizit auf den Franzosen bezieht und sich die Aufgabe setzte, die Geschichte der Liebenden „richtig“ zu erzählen, gibt es die berühmten Motive: verbotene Liebe, magischer Liebestrank, Konflikt zwischen Pflicht und Leidenschaft. Ich möchte die Geschichte von Tristan und Isolde nun mit einem Kartenspiel in Beziehung setzen, auf dem berühmte Liebespaare der Geschichte und Literatur abgebildet sind. Mich interessiert besonders, wie die Geschichte auf den Kartenbildern dargestellt ist: Welche Quelle des Tristan-Stoffs könnte dieser Abbildung zugrunde liegen und warum hat Isolde rote Haare?

Drei Leitideen dieser Analyse

  1. Die Tarotkarte „Desire“ greift präzise Gottfrieds Tristan auf, wo Tristan und Isolde nach dem Liebestrank „ein herze und einen willen“ werden (v. 12029–12041), und wandelt die traditionelle Wagen-Symbolik von Selbstbeherrschung in schicksalhaftes Begehren um.
  2. Isoldes rote Haare markieren einen Bruch mit der mittelalterlichen Blond-Tradition (Béroul, Eilhart-Handschriften) und verweisen auf viktorianisch-romantische Ikonographie (Dicksee, Waterhouse). Die Rothaarigkeit ist kein philologischer Fakt, sondern ein ikonographisches Signal für Leidenschaft, gefährliche Weiblichkeit und keltische Mythologisierung.
  3. Die Karte dokumentiert Rezeptionsschichten des Tristan-Stoffs: Aus höfisch-politischer Minne wird eine romantisch vereinfachte, aber emotional potente Liebesvision, die Vasallität und Ehre ausblendet.

Ein paar Gedanken zur Lesart der Illustration von Tristan und Isolde

Vorab möchte ich gleich vorwegnehmen, dass es mir hier um die Arbeit an der Stofftradition geht, der Überlieferung und Neubewertung, wie sie auf der Kartenabbildung dargestellt werden. Das Kartenspiel ist ein Fundstück und dient mit als kollektives Wissensarchiv, aus dem ich den Stoff auf Quellenbasis analysieren und zuordnen kann. Moderne Aussagen, dass man zu seiner Liebe stehen soll, obwohl man sich in einer unglücklichen Ehe befindet oder dass man seinem Begehren bedingungslos folgen solle, sind hier aus vielerlei Gründen fehl am Platze. Wir haben mit Isolde, Tristan und Marke ein Figurenensemble, bei dem auch mittelalterliche Aspekte der Adelsgesellschaft mitzudenken sind, zu denen Pflichterfüllung, Gefolgschaft, höfische Ordnung, Vasallität und Ehre gehören. Man kann die Abbildung nicht eins zu eins mit einer im Jetzt angesiedelten Liebschaft gleichsetzen, weil zur Entstehungszeit der Sage gesellschaftliche und politische Dimensionen in die Liebesgeschichte einspielten, die heute anders kodiert sind. Tristan ist ein Verwandter und ein Gefolgsmann König Markes, er ist zu Gehorsam verpflichtet. Und auch Isolde handelt pflichtbewusst, wenn sie die Ehe mit Marke eingeht, denn mit der Heirat wird ein länderübergreifendes Bündnis gefestigt.

Die Karte im Kontext: Tarot als kulturelles Archiv

Karten- und Tarotdecks besitzen eine bedeutsame Gemeinsamkeit: Die vier Farben in den traditionellen Spielkarten repräsentierten verschiedene gesellschaftliche Stände: Schwerter (Adel/Militär), Stäbe (Bauern), Kelche (Klerus) und Münzen (Kaufleute). Diese Karten wurden hauptsächlich zum Spielen verwendet. Es gibt auch Kartenspiele, auf denen der Hofstaat abgebildet sind, wobei die einzelnen Farben dann Länder darstellen mit Herrschern und Hofvolk bis zum Narr. Das Tarot, das im 15. Jahrhundert in Norditalien entstand, fügte den regulären 56 Karten (die sogenannten kleinen Arkana) 22 zusätzliche Trümpfe hinzu – die großen Arkana oder Trionfi. Diese zeigten eine hierarchische Bilderwelt: vom Gaukler über weltliche und geistliche Autoritäten (Kaiser, Papst) bis zu abstrakten Konzepten wie Gerechtigkeit, Tod, Teufel und schließlich die Welt.

Statt Karo, Herz, Pik und Kreuz gibt es Stäbe, Münzen, Kelche und Schwerter in denen es neben den Ziffernkarten auch einen König, eine Königin und einen Buben gibt. Insofern kann man schon sagen, dass in einem Karten- oder Tarotdeck die Gesellschaft im Kleinen dargestellt wird. Doch von der Gestaltungsintention unterscheiden sich Karten- und Tarotspiele: Während traditionelle Kartenspiele die statische Struktur der Gesellschaft zeigten, stellte im Spätmittelalter und darüber hinaus Tarot einen kosmologischen und moralischen Weg dar ähnlich einer Heldenreise. Es handelt sich dabei um eine Reise durch die mittelalterliche Weltordnung vom Niedrigsten zum Höchsten. Die esoterisch-divinatorische Verwendung dieser Art von Kartenspielen kam erst im 18. Jahrhundert auf. Im Mittelalter war Tarot primär ein Trumpfspiel der Oberschicht.

Die Kartenabbildung: Tristan und Isolde – VII Desire

Tristan und Isolde sind bisher das einzige Liebespaar aus dem bisher analysierten Reigen (Tamino und Pamina, Artus und Guinevere, Romeo und Julia, Caesar und Kleopatra, Isis und Osiris, Merlin und Vivienne), das neben der Hauptkarte zudem ein ganzes Set mit ihrer Geschichte beansprucht. Es handelt sich natürlich um die Kelche, passend zum Liebestrank, der die beiden schicksalshaft zusammenführt. Die darauf erzählte Geschichte wird aufgrund ihres Umfangs in einem separaten Beitrag analysiert werden. Bevor ich jedoch zur Geschichte auf den Kelch-Karten komme, möchte ich die Hauptkarte VII Desire genauer untersuchen, auf der Tristan und Isolde selbst abgebildet sind.

Tristan und Isolde: Kris Waldherr: The Lover’s Path Tarot. Herausgegeben von U.S. Games Systems INC. Stamford 2004. Copyright © 2004, 2013 Kris Waldherr
Tristan und Isolde: Kris Waldherr: The Lover’s Path Tarot. Herausgegeben von U.S. Games Systems INC. Stamford 2004. Copyright © 2004, 2013 Kris Waldherr
Der Wagen: Rider Waite-Karten gestaltet von Arthur Edward Waite zusammen mit der Illustratorin Pamela Colman Smith
Der Wagen: Rider Waite-Karten gestaltet von Arthur Edward Waite zusammen mit der Illustratorin Pamela Colman Smith

Von Selbstbeherrschung zu Begehren: Die Umdeutung der Wagen-Symbolik

Schauen wir uns zur Beantwortung der Fragen die Abbildung einmal genauer an.

Zu Allererst ist es wichtig, die Karte und die darauf abgebildeten Liebenden Tristan und Isolde in den größeren Kontext zu setzen: Die Karte VII Desire – so ist sie in diesem Spiel benannt – ist ursprünglich dem Wagen zugeordnet, auf dem der Herrscher auf seinem Wagen zwei Sphinxen mit hoher Geschwindigkeit vorantreibt. Eine Sphinx ist weiß, die andere schwarz. In der traditionellen Kartenabbildung geht es um Selbstbeherrschung und die Kontrolle innerer gegenstrebender Kräfte, die den Erfolg beeinträchtigen. Der Wagenlenker hält die Geschöpfe nicht durch Zügel im Zaum, sondern durch die Kraft seines Willens erreicht er sein Ziel und den Sieg, den Triumph. Sie befinden sich im Einklang mit seinen Zielen und er kann sie mit seiner Selbstbeherrschung auf den Weg lenken, den er gehen will. Es geht also auch um Fortschritt, der eigenständig gelenkt und zum Ziel führen kann.

Analyse der Illustration auf der Karte: Tristan und Isolde

Ich habe zuerst gedacht, dass die Zuordnung von Tristan und Isolde zu dieser Kartensymbolik nicht gut passt, doch ich habe mich geirrt. Sie passt hervorragend. Doch dazu gleich mehr. Zuerst will ich nun noch die aktuelle Kartendarstellung beschreiben. Man sieht hier nämlich keinen Wagenlenker mit zwei Sphingen, nicht einmal einen Wagen, sondern Tristan und Isolde in inniger Umarmung – ähnlich wie bei Isis und Osiris. Triumph wird hier nicht durch Kontrolle erreicht, sondern durch Hingabe an das Begehren. Die Figuren stehen im Mittelpunkt, die Umgebung verschwindet, und Bewegung entsteht von außen (Liebestrank, Schicksal) statt aus innerer Zügelung. Das Liebespaar auf der Abbildung wird vom Begehren gezogen, sie ordnen sich ihm unter, ihr subjektiver Willen verlischt insofern hinter einem größeren Ganzen. Der Sieg gilt dem Nachgeben des Begehrens und nicht der Selbstbeherrschung und Zügelung der Affekte. Der Kontrast, der ursprünglich durch die schwarze und weiße Sphinge als Stellvertreter eines dualistischen Prinzips dargestellt wird verschiebt sich auf den Kontrast zwischen Figuren: Tristans schwarzes Haar steht gegen Isoldes rotes Haar (ich habe sie mir ja immer blond vorgestellt); Tristans schwarzer Mantel steht gegen Isoldes weiß-gold verzierten Umhang, Tristans weißes Gewand steht gegen Isoldes grünes Kleid. Beide Figuren sind hervorgehoben vor einer kargen Landschaft, die im Hintergrund verschwimmt. Bewegung kommt durch das Schicksal (der Liebe bzw. des Tranks) von außen, das dann von innen die Leidenschaft anfacht. Das kann einmal die Schutzlosigkeit des Begehrens symbolisieren. Und Tristan und Isolde stehen ganz klar im Mittelpunkt. Was von der Landschaft möglicherweise noch zu erkennen wäre, verschwindet hinter dem vom Wind verwehten Umhang Tristans, was den Fokus auf das Liebespaar nur mehr verschärft. Der Blick bleibt auf Tristan und Isolde haften, es wird keine Ablenkung geduldet. Ich vermute, dass hier auch die durch den Liebestrank hervorgerufenen Wirkung eine Rolle spielen könnte, da die beiden, nachdem sie von ihm gekostet haben, ebenfalls nur den jeweils anderen im Sinn haben und sich nach ihm verzehren.

Im Gegensatz zu der traditionellen Darstellung des vorwärtsdrängenden Wagens sind die Figuren hier in sich gekehrt und verharren in stiller Umarmung im eigenen Verlangen, das ja die Erfüllung ihres Begehrens darstellt.

Zur Abbildung zugehörige Quellen aus Tristan und Isolde

Es gibt einige Fassungen des Tristan-Stoffes, die sich je hinsichtlich der Motivgestaltung und inhaltlichen Erwähnung einiger Ereignisse unterscheiden. Dichter wie Béroul, Thomas von Britannien, Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberge, Ulrich von Türheim, Bruder Robert und Heinrich von Freiberg, darüber hinaus auch Hans Sachs und Richard Wagner haben alle an der Tradierung des Stoffes mitgewirkt. Detaillierter Informationen findet man in den Einführungsbüchern zum Stoff.

Wie bereits erwähnt geht es mir bei der Analyse der Kartenabbildungen um die Herkunft der Tradition und die literarische Quellengrundlage, die sich aufgrund der symbolischen Abbildungen häufig erkennen lässt. Darum möchte ich bei der Textstelle, die ich der Kartenabbildung Desire mit Tristan und Isolde zuordne auf Gottfrieds von Straßburg Tristan zurückgreifen.

Isolde und Tristan haben den Liebestrank gekostet und sind einander in Liebe verfallen. Zunächst wehren sie sich gegen ihre Gefühle, doch es kommt der Augenblick, an dem sie nachgeben. Ich denke, dass die Kartenabbildung gut zu genau diesem Moment passt, in dem sich Tristan und Isolde ihren Gefühlen ergeben und sich treiben lassen von Emotionen, die Welt ausschließen und nur für sich sind. Diese Haltung wird auf der Abbildung etwa durch die geschlossenen Augen gezeigt, die eine Wendung nach innen darstellen.

MittelhochdeutschNeuhochdeutsch
Dô die gelieben under in
beide erkanden einen sin,
ein herze und einen willen,
ez begunde in beidiu stillen
und offenen ir ungemach.
ietwederez sprach unde sach
daz ander beltlîcher an:
der man die maget, diu maget den man.
vremede under in diu was dô hin:
er kuste sî und sî kust in
lieplîchen unde suoze.
daz was der minnen buoze
ein sasleclîcher anevanc.  
Als die Liebenden aneinander
merkten, daß sie dasselbe fühlten,
daß sie ein Herz und einen Wunsch hatten,
da besänftigte sich bei beiden
die Qual und wurde zugleich offenbar.
Jeder von ihnen sah und sprach
den anderen kühner an,
der Mann das Mädchen, das Mädchen den Mann.
Die Fremdheit zwischen ihnen war vergangen.
Er küßte sie und sie ihn
liebevoll und zärtlich.
Das war zur Linderung ihrer Liebesqualen
ein beglückender Anfang.  

Aus: Gottfried von Straßburg: Tristan. Band 2. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch. Nach dem Text von Friedrich Ranke neu herausgegeben, ins Neuhochdeutsche übersetzt, mit einem Stellenkommentar und einem Nachwort von Rüdiger Krohn. Ditzingen 2018 (Reclams Universal-Bibliothek Nr. 4472), v. 12029-12041.

Tristan und Isolde werden eins – passende Textpassage Nr. 2 zur Abbildung

Der Vollzug der Liebe folgt daraufhin, ebenso wie das gegenseitige Erkunden von Körper und Seele. Sie befinden sich zu diesem Zeitpunkt noch auf der Überfahrt. Da die Abbildung auf der Karte die beiden in enger Umarmung zeigt und wenig von einer Landschaft, so sehe ich die beiden noch auf dem Schiff vor einem Fenster verschlungen, wobei die Landschaft am Horizont diffus verschwimmt. Darum passt meiner Ansicht nach eben diese Textpassage so gut zu der Abbildung – vielleicht auch deswegen, weil bei Gottfried eben nicht von der blonden Isolde die Rede ist.

MittelhochdeutschNeuhochdeutsch
Ich weiz wol, Tristan unde Isôt,
die gebitelôsen beide,
benâmen ouch ir leide
unde ir triure ein ander vil,
dô sî begriffen daz zil
gemeines willen under in.
jener gelange was dô hin,
der die gedanken anget.
swes gelieben gelanget,
des tribens under in genuoc.
sô sich diu zît alsô getruoc,
sô sî z‘ir state kâmen,
si gâben unde nâmen
mit getriuwelîchem sinne
in selben unde der minne
willigen zins unde zol.
in was vil inneclîche wol
an der reise und an der vart;
dô diu fremede hine wart,
dô was ir heinlîche
rîlîch unde riche.
und was daz wîsheit unde sin:
wan die sich helent under in,
sît daz si sich enbârent
und danne ir schame vârent
und gestent sich an liebe,
die sint ir selber diebe.
sô sî sich danne ie mêre helent,
sô s‘ie mêre in selben stelent
und mischent liep mit leide.
dise gelieben beide
die enhâlen sich ze nihte:
mit rede und mit gesihte
wâren sî heinlich under in.
sus triben sî die reise hin
mit wunneclîchem lebene […]  
Ich weiß wohl, Tristan und Isolde,
die beiden Ungeduldigen,
nahmen ebenfalls von ihrem Kummer
und ihrem Leid einander viel ab,
als sie erreichten das Ziel
ihres gemeinsamen Wollens.
Jene Sehnsucht war vorüber,
die die Gedanken bedrängt.
Wonach Verliebte sich sehnen,
das taten sie häufig zusammen,
wenn sie Gelegenheit dazu fanden.
Wann immer sie die Möglichkeit hatten,
gaben und nahmen sie
mit aller Aufrichtigkeit
von sich und der Liebe
bereitwilligen Zins und Zoll.
Sie fühlten sich überaus wohl
Auf der Reise.
Jetzt, da ihre Fremdheit überwunden war,
war ihre Vertrautheit
mächtig und stark.
Das war klug und vernünftig.
Denn die untereinander die Gefühle verbergen,
nachdem sie sich offenbart haben,
und die dann auf Scham Wert legen
und sich der Liebe entfremden,
berauben sich selbst.
Je mehr sie sich dann voreinander verstecken,
desto mehr bestehlen sie sich selbst
und vermischen Liebe mit Leid.
Diese beiden Verliebten
verheimlichten sich nichts.
Durch Gespräche und Anschaun
Waren sie sich vertraut.
So verbrachten sie die Reise
mit freuderfülltem Leben.  

Aus: Gottfried von Straßburg: Tristan. Band 2. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch. Nach dem Text von Friedrich Ranke neu herausgegeben, ins Neuhochdeutsche übersetzt, mit einem Stellenkommentar und einem Nachwort von Rüdiger Krohn. Ditzingen 2018 (Reclams Universal-Bibliothek Nr. 4472), v. 12358-12393.

Die Abbildung passt auch besonders gut zu Gottfrieds Tristan, weil er in seinem Prolog explizit auf sein thematisches Programm der edelen herzen verweist. Dadurch wird die Ehebruchsgeschichte aus dem negativ behafteten Bereich auf eine künstlerisch-ästhetisiere Ebene erhoben und die Liebe von Tristan und Isolde positiviert.

Gottfrieds Konzeption der edelen herzen

Gottfried geht in seinem Prolog auf sein Programm ein, das er in zwei Zyklen einteilt, wobei er auch sein Lesepublikum anspricht. Im ersten Zyklus bezieht Gottfried sich noch nicht direkt auf Tristan und Isolde. Das Thema lautet: „Es geht um die Anerkennung des Guten und desjenigen, der das Gute lobt.“[1]

„Das Thema des zweiten Zyklus ist folgendes: Die Kunst benötigt êre unde lop, also öffentliche Anerkennung, um gedeihen zu können. Nur das »›Gedenken‹, dessen spezifisch ästhetischer Modus die Rezeption durch êre und lop ist, verschafft der Kunst ihre Geltung, indem es sie vor dem Vergessen bewahrt« (Kellner 1999, S. 490). Dagegen wird der Kunst Schaden zugefügt, wenn kein Lob erfolgt und wenn die Missgunst Kunst und Urteilsvermögen erstickt. Dieser Gedanke ist nicht neu. Die Idee einer Abhängigkeit der Kunst von einer guten Aufnahme durch die Rezipienten entspricht antiken Vorstellungen, die in mittelalterlichen Lehrbüchern übermittelt wurden (vgl. Krohn 2005, S. 22 f., der dabei auf Ciceros Tusculanae Disputationes verweist; ähnlich Haug 2011, S. 249 f.).“[2]

Laut Monika Schulz sind die beiden Prologzyklen hinsichtlich ihres Themas eng aufeinander bezogen, denn Kunst wie auch das Gute benötigen zum Bestehen Anerkennung von außen. Da jedoch die meisten Menschen beides nicht erkennen und richtig einschätzen können, steht bei Gottfried die Beeinflussung oder Lenkung der Lesenden im Mittelpunkt. Dieser Schlussfolgerung liegt der Gedankengang zugrunde, dass, wenn man im Prolog diejenigen preist, die das Gute und die Kunst schätzen, Rezipienten diesem wertschätzenden Gedanken hinzuzufügen vermag, sie also das heikle Thema der Ehebruchsgeschichte positiv lesen lassen. Ich denke, das lässt sich gut mit einer modernen PR-Aktion beeinflussen. Gottfried schmeichelt das Ego der Lesenden, in dem er ihnen (salopp formuliert) erklärt: Du kannst das Gute und die Kunst nur wertschätzen, wenn du dich in dem Kreis der edelen herzen befindest – nur dann kannst du die Geschichte vollkommen verstehen. Das Ego verbietet dementsprechend die negative Lesart des Ehebruchs per se.

Es gibt verschiedene Forschungsmeinungen zur Deutung der edelen herzen, ihrer Rolle in Gottfrieds Tristan und der möglichen Autorenintention.[3] Für Lesende, die mit dem Tristan-Stoff noch nicht vertraut sind, folgt hier ein kurzer Überblick über die Kernhandlung, bevor ich mich der Haarfarben-Frage widme.

Die Kernhandlung von Tristan und Isolde: Ein Überblick für Einsteiger

Es existieren verschiedene Versionen der mittelalterlichen Liebesgeschichte. So erzählt Gottfried von Straßburg beispielsweise ausführlich die Geschichte von Tristans Eltern und wie Tristan an den Hof von König Marke gelangte. Auch wenn einzelne Episoden und Szenen sich mehr oder weniger unterscheiden, so ist die Kerngeschichte gleich:

T. lebt am Hof seines Onkels Marke, des Herrschers über Cornwall und England, als der ir. König von Marke einen entwürdigenden Zins verlangt. Im Zweikampf tötet T. Morolt, den Onkel der ir. Prinzessin I., und stellt damit die Souveränität Markes unter Beweis. T. wird im Kampf jedoch so schwer verletzt, daß er nur von I. geheilt werden kann. Unerkannt gelangt er nach Irland und kehrt aus Feindesland geheilt zurück. Als zwei in Markes Halle kämpfende Schwalben ein Frauenhaar verlieren, begehrt Marke die Besitzerin des Haars zur Ehefrau (Fernliebe). T. verspricht, sie zu suchen, und gerät erneut vor die Küste Irlands, das gerade von einem Drachen heimgesucht wird. T. tötet das Untier und erhält vom ir. König zum Lohn I., die er Marke als Braut überbringt. Als T. und I. versehentlich einen zur Festigung der Ehe Markes bestimmten Zaubertrank trinken, werden sie in inniger Liebe miteinander verbunden. I. heiratet Marke, und in der Hochzeitsnacht nimmt I.s Zofe den Platz der nicht mehr unberührten Braut ein. Aus Angst, verraten zu werden, will I. die Zofe töten lassen. Doch die mit dem Mord beauftragten Personen haben Mitleid und verschonen die Dienerin (Tierherz als Ersatz), die I. weiterhin hilfreich zur Seite steht. Eine Zeitlang gelingt es T. und I., ihre Beziehung mit List zu verbergen: Sie verwenden z. B. geschnitzte Späne, um dem Partner zu signalisieren, daß er im Baumgarten erwartet wird. T.s und I.s Widersacher bleiben jedoch dem Paar auf der Spur, indem sie Mehl ausstreuen und ein Stelldichein des Paars belauschen. Als der Ehebruch offenkundig wird, fliehen T. und I. in die Waldeinsamkeit, wo sie, als sie entdeckt werden, mit Hilfe einer Schwertlist ihre Unschuld vortäuschen. Letztlich muß sich T. von I. trennen und Markes Reich verlassen. Er heiratet I. Weißhand, die Tochter des Herrschers von Karahes/Karke, vollzieht jedoch die Ehe nicht. Als I. Weißhand beim Durchreiten einer Lache das Wasser, das ihr an die Schenkel spritzt, für kühner erklärt als ihren Ehemann erfährt ihre Familie davon. Mehrere Male kehrt T. noch in Begleitung eines Freundes, der dabei einmal mit Hilfe eines Kissens in einen Zauberschlaf versetzt wird, heimlich zu seiner Geliebten zurück. Bei einem Freundschaftsdienst wird T. so schwer verwundet, daß nur seine Geliebte ihn noch retten kann. Da bewirkt I. Weißhand mit einer Lüge (Motiv des schwarzen und weißen Segels; Erkennungszeichen), daß T. an seiner Geliebten zweifelt und stirbt. Als I. an T.s Krankenbett eintrifft und ihn leblos vorfindet, folgt sie ihm in den Tod. T. und I. werden nebeneinander begraben, über ihren Gräbern verschlingen sich die Grabpflanzen.[4]

Es wird nach ausführlichen Basisinformationen Zeit, sich den eingangs gestellten Fragen zu widmen. Diese tragische Liebesgeschichte mit ihren vielen Motiven – Liebestrank, verbotene Liebe, List und Täuschung – wurde über Jahrhunderte immer wieder neu erzählt und bildlich dargestellt. Dabei veränderten sich auch die ikonographischen Konventionen, was uns zurück zur Kartenabbildung führt und den dort abgebildeten roten Haaren von Isolde.

Das Rätsel der roten Haare: Isolde Blondhaar ist rot

Helle Haare galten auch im Mittelalter als Schönheitsideal. Daher ist Isolde blond. Etwa im Tristrant von Eilhart von Oberge, dort zeigt eine Illustration der Handschrift eine hellhaarige Isolde.

Eilhart von Oberg: Tristrant, Universitätsbibliothek Heidelberg, Cod. Pal. germ. 346, [(Ober?)Schwaben}, 37v. Online unter: https://doi.org/10.11588/diglit.154#0088 (zuletzt aufgerufen am 11.01.2026.
Eilhart von Oberg: Tristrant, Universitätsbibliothek Heidelberg, Cod. Pal. germ. 346, [(Ober?)Schwaben}, 37v. Online unter: https://doi.org/10.11588/diglit.154#0088 (zuletzt aufgerufen am 11.01.2026.

Auch in dieser Handschrift nach Gottfrieds Tristan ist Isolde blond. https://uurl.kbr.be/1065593 . Wagners Isolde war mit der bei Sängerin Malvina Schnorr von Carolsfeld angeblich brünett bis dunkelhaarig. Auch bei Béroul ist die Königin Yseut a la crine bloie (Béroull: Tristan und Isolde, v. 1546), also „Isolde mit dem blonden Haar“[5], wobei sie mit der Beschreibung allgemein das damals geltende Schönheitsideal darstellt. In meinem Artus-Lexikon ist die Figur auch als „Isolde Blondhaar“[6] aufgeführt.

Ich habe dann überlegt, ob die roten Haare vielleicht in eine bestimmte Tradition der Kunstgeschichte fallen, in der sie für Sinnlichkeit und Grenzüberschreitung sowie Leidenschaft stehen, vielleicht auch Verletzlichkeit – wie die Isolde in der Tristan-Tradition. Beim Künstler Frederick Augustus Sandys (1829-1904) ist beispielsweise die Helena von Troja rothaarig (über Kunst und Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten …) und die Isolde im Kunstwerk Ysoude with the Love Philtre hat schwarze Haare. Woher kommen dann die roten Haare auf der Abbildung der Karte? Isolde ist hier statt blond rotgelockt. Nach einigem Suchen bin ich dann auf Yseult von Sir Frank Dicksee P.R.A. aus 1901 gestoßen, die rothaarig ist, und ich finde auch, dass John Duncans Isolde in seinem Kunstwerk Tristan und Isolde einen leichten Rotstich im Blond besitzt. Und auch bei William Waterhouse erkenne ich in der brünetten Isolde aus Tristan and Isolde with the Potion von 1916 ein leichtes Rot. Die rote Haarfarbe wird damit zu einem visuellen Marker für unbändige Gefühle und romantische Überhöhung.

Dies dient meiner Ansicht nach der Kontrastierung der Illustration, der Abgrenzung zur höfischen, klassischen Isolde-Figur, der Zuordnung zum keltischen Sagenkreis, wodurch sie zugleich auch mit diesen einhergehenden Klischees wie Leidenschaftlichkeit und Eigensinnigkeit behaftet wird. Die Haarfarbe ist hier weniger als korrekter philologischer Fakt lesbar, sondern sie kann als ikonographisches Signal für gefährliche Weiblichkeit und unkontrollierbares Begehren gelten. Man könnte auch sagen, es handelt sich bei der Isolde auf der Abbildung um eine romantisch codierte Tristan-Isolde-Figur, wie sie im anglophonen Raum als archetypisch gilt. Die rote Isolde ist nicht höfisch eingebunden, sondern mythisch aufgeladen. Das passt zu den roten Haaren.

Ich muss sagen, mich stört das sehr. Bei Merlin und Vivienne stand ich anfangs vor ähnlichen Fragen, als es darum ging, die Symbolik auf der Karte mit der richtigen Quelle in Einklang zu bringen. Das ist bei der Abbildung von Tristan und Isolde etwas schwieriger – und zwar nicht nur mit Blick auf die Haarfarbe, wie ich noch zeigen werde.

Welcher Tristan-Tradition kommt die Abbildung nahe?

Für mich persönlich stellt die Szene auf der Karte den Moment dar, in dem sie sich ineinander verlieben. Ich kann den Zwischenraum erahnen, das Meer, das sie überqueren müssen, bevor Isolde mit Marke verheiratet wird. Doch noch bevor sie das Land, auf dem sie dort stehen erreichen können, verlieben sie sich bzw. sorgt der Trank für die Verliebtheit und große unbändige Leidenschaft.

Zum Tristan-Stoff

„Der Stoff der ehebrecherischen Liebesgeschichte zwischen Tristan und Isolde lässt sich auch unabhängig von der Stoffgeschichte der Artusliteratur im engeren Sinn weit zurückführen. Letztlich dürften Geschichten vom Typ der altir. aitheda die Grundlage gewesen sein, die alle von Ehebruch und entfliehenden Liebespaaren handeln und von denen es wohl eine beträchtliche Anzahl gegeben hat. Diese Geschichten wurden schon im Frühmittelalter mit der Legende vom Liebestrank, dann orientalischen Erzählungen über eine tragische Liebesgeschichte mit zwei gleichnamigen Frauen (namens Lubnã) sowie dem persischen Stoff von Wis und Ramin (über die junge Frau eines alten Königs) verbunden. Walisische Erzählungen kennen schon früh die Namen March für den König, Drystan für den Helden und Esyllt für die Königin. Das älteste konkret zu erschließende Werk ist ein »Ur-Tristan«, der sich in der (verlorenen) frz. Estoire (de Tristan) manifestierte. Diese noch vor 1160 am aquitanischen Hof entstandene Fassung sei die Grundlage für die beiden, etwa ein Jahrzehnt später entstandenen, aber nur fragmentarisch erhaltenen frz. Werke des Beroul und des Thomas von Britannien sowie für das einzig vollständige Tristan-Epos, den mhd. Tristrant des Eilhart von Oberge gewesen. Eilharts Werk war im Spätmittelalter die wirkmächtigste der Tristan-Bearbeitungen, nicht nur die spätmittelalterlichen dt. Prosaauflösungen und eine alttschechische Version beruhen darauf, sondern auch die beiden Fortsetzer von Gottfrieds von Straßburg unvollendet gebliebenem Tristan, nämlich Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg, greifen bei der Vervollständigung des Werks wieder auf Eilharts Fassung zurück und nicht etwa auf Thomas von Britannien, der Gottfrieds Vorlage war. Gottfrieds Werk ist trotz guter handschriftlicher Überlieferung erst in der Neuzeit das bestimmende Werk der Tristan-Rezeption geworden. Im 13. und 14. Jh. Entstehen infolge der Tristan-Mode, die sich nicht nur in der Namensgebung westeuropäische Adelsfamilien niederschlägt, repräsentative Kunstwerke (wie die Tristan-Teppiche des Klosters ~ Wienhausen schon vom Beginn des 14. Jh.s), großangelegte Prosaauflösungen (frz.: Tristan en Prose, dt.: Prosa-Tristan, beide um 1230; altnorweg. Tristrams saga ok Isöndar, ca. 1230-1250?) sowie eine Reihe kleinerer Gedichte, die bestimmte Episoden der Tristan-Geschichte breiter, mitunter auch schwankhaft ausführen, etwa auf Frz. La Folie Tristan, dt. Tristan als Mönch. Auf Engl. entstand noch Ende des 13. Jh.s im Sir Tristrem eine kürzende Fassung des Tristan des Thomas, der nun wieder handlungsorientierter ist. Ansonsten scheint in den älteren Versionen der Tristan-Geschichte (etwa bei Beroul oder Eilhart) die Betonung noch auf den ritterlichen und physischen Talenten Tristans (nicht zuletzt auf Tristans Rolle als Drachentöter) zu liegen, während diese gegen den (auch listenreichen) Liebhaber später ganz zurücktreten. Eilhart (und nicht der Prosa-Tristan) wurde im dt. Spätmittelalter schließlich die Grundlage für einen 1484 gedruckten Prosaroman Tristrant und Isalde, der bis 1664 15 Ausgaben erfuhr und 1553 durch Hans Sachs zu einer Tragödie umgearbeitet wurde.“[7]

Abb.: Stofftradition des Tristan-Stoffes. Eigene Darstellung, erstellt mit einem KI-Tool (Perplexity AI, 10.01.2026).

Diese komplexe Stoffgeschichte zeigt: Der Tristan-Stoff war nie statisch, sondern wurde in jeder Epoche neu gedeutet. Die Tarotkarte Desire reiht sich in diese Tradition ein – als zeitgenössisches Zeugnis der Rezeption mittelalterlicher Liebesliteratur.

Fazit: Tristan und Isolde auf der Tarotkarte Desire

Die Tarotkarte Desire erweist sich als Palimpsest der Tristan-Rezeption: Sie greift die Konzeption der weltabgewandten, absoluten Liebesbindung präzise auf, überschreibt sie jedoch mit romantisch-viktorianischer Ästhetik. Die Kartendarstellung visualisiert überzeugend jenen Moment der Hingabe aus Gottfrieds Tristan (v. 12029-12041), in dem die Liebenden ihre Zurückhaltung aufgeben und ein herze und einen willen werden. Auch die Transformation der Wagen-Symbolik – von Selbstbeherrschung zu Begehren – entspricht Gottfrieds Programm der edelen herzen.

Isoldes rote Haare markieren jedoch den entscheidenden Bruch mit der mittelalterlichen Tradition. Wo Béroul von Yseut a la crine bloie spricht und Handschriften eine blonde Isolde zeigen, folgt die Karte der anglophonen Rezeptionslinie des 19. Jahrhunderts (Dicksee, Waterhouse). Die Rothaarigkeit Isoldes ist ein ikonographisches Signal, kein philologischer Fakt: Sie codiert Isolde als mythisch-archetypische Figur und betont keltische Leidenschaftlichkeit über höfische Bindung.

Was die Karte Desire mit Tristan und Isolde als Liebespaar zeigt, ist nicht die Isolde des 12. Jahrhunderts, sondern ein durch Jahrhunderte der Kunst- und Literaturgeschichte gebrochenes Bild – eine Figur, in der sich mittelalterlicher Stoff und romantische Umdeutung überlagern. Diese doppelte Codierung macht die Darstellung zum produktiven Dokument von Rezeptionsprozessen: Sie gewinnt emotionale Unmittelbarkeit, verliert aber die höfisch-politische Dimension von Vasallität und Ehre, die den mittelalterlichen Text durchzieht. Meine erste Irritation über die „falsche“ Haarfarbe Isoldes führte mich so zur Einsicht in die Macht ikonographischer Codes und die Persistenz romantischer Tristan-Bilder bis in die Gegenwart.

Für eine vollständige Deutung wäre noch die Analyse des gesamten Kelch-Sets aus dem Deck (das sind die Herzkarten in einem normalen Kartenspiel) aufschlussreich, das im Lover’s Path Tarot ausschließlich der Geschichte von Tristan und Isolde gewidmet ist – eine Sonderstellung im Reigen der dargestellten Liebespaare, die die anhaltende Faszinationskraft dieses Stoffes unterstreicht. Ich werde mich beizeiten auch dieser Geschichte philologisch-analytisch annähern.

Katrin Beißner

Quellen

Berol: Tristan und Isolde. Herausgegeben und übersetzt von Ulrich Mölk. München 1991 (Klassische Texte des Romanischen Mittelalters in zweisprachigen Ausgaben), S. 79.

Gottfried von Straßburg: Tristan. Band 1. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch. Nach dem Text von Friedrich Ranke neu herausgegeben, ins Neuhochdeutsche übersetzt, mit einem Stellenkommentar und einem Nachwort von Rüdiger Krohn. 15. Auflage. Ditzingen 2017 (Reclams Universal-Bibliothek Nr. 4471), v. 237-240.

Gottfried von Straßburg: Tristan. Band 2. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch. Nach dem Text von Friedrich Ranke neu herausgegeben, ins Neuhochdeutsche übersetzt, mit einem Stellenkommentar und einem Nachwort von Rüdiger Krohn. Ditzingen 2018 (Reclams Universal-Bibliothek Nr. 4472), v. 12358-12393.

Verwendete Literatur

Artus-Lexikon. Mythos und Geschichte, Werke und Personen der europäischen Artusdichtung. Von Rudolf Simek. Mit 32 Abbildungen. Stuttgart 2012.

Schulz, Monika: Gottfried von Straßburg: ›Tristan‹. Mit 19 Abbildungen und Grafiken. Stuttgart 2017.

Tomasek, Tomas: Tristan und Isolde, In: Enzyklopädie des Märchens 13. Herausgegeben von Rolf Wilhelm Brednich. Berlin/New York 2019, Sp. 940-944.

Abbildungen

Abb.: Stofftradition des Tristan-Stoffes. Eigene Darstellung, erstellt mit einem KI-Tool (Perplexity AI, 10.01.2026).

Der Wagen: Rider Waite-Karten gestaltet von Arthur Edward Waite zusammen mit der Illustratorin Pamela Colman Smith

Eilhart von Oberg: Tristrant, Universitätsbibliothek Heidelberg, Cod. Pal. germ. 346, [(Ober?)Schwaben}, 37v. Online unter: https://doi.org/10.11588/diglit.154#0088 (zuletzt aufgerufen am 11.01.2026.

Gottfried von Straßburg: Rüdiger <Manesse>, Große Heidelberger Liederhandschrift – Cod. Pal. germ. 848. Zürich, 1320, fol. 364r. Online unter: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg848 (zuletzt abgerufen am 10.12.2025).

Kris Waldherr: The Lover’s Path Tarot. Herausgegeben von U.S. Games Systems INC. Stamford 2004. Copyright © 2004, 2013 Kris Waldherr


[1] Schulz, Monika: Gottfried von Straßburg: ›Tristan‹. Mit 19 Abbildungen und Grafiken. Stuttgart 2017, S. 24. (vgl. de Boor 1959, S. 51 f.; Brinkmann 1964, S. 86).

[2] Ebd., S. 25.

[3] Ebd., S. 20-30.

[4] Tomasek, Tomas: Tristan und Isolde, In Enzyklopädie des Märchens 13. Herausgegeben von Rolf Wilhelm Brednich. Berlin/New York 2019, Sp. 940-944, hier Sp. 940-941.

[5] Berol: Tristan und Isolde. Herausgegeben und übersetzt von Ulrich Mölk. München 1991 (Klassische Texte des Romanischen Mittelalters in zweisprachigen Ausgaben), S. 79.

[6] Isolde Blondhaar. In: Artus-Lexikon. Mythos und Geschichte, Werke und Personen der europäischen Artusdichtung. Von Rudolf Simek. Mit 32 Abbildungen. Stuttgart 2012, S. 177.

[7] Tristan-Stoff. In: Artus-Lexikon. Mythos und Geschichte, Werke und Personen der europäischen Artusdichtung. Von Rudolf Simek. Mit 32 Abbildungen. Stuttgart 2012, S. 335-336.

Zitation
Beißner, Katrin (2026) Tristan und Isolde im Kartenspiel: Zwischen mittelalterlicher Tradition und romantischer Umdeutung, Interpretationen von Erzählwelten. Available at: https://literarische-gedankenexperimente.de/2026/01/12/tristan-und-isolde-im-kartenspiel-zwischen-mittelalterlicher-tradition-und-romantischer-umdeutung/ (Aufgerufen am: 12. Januar 2026, 21:39)

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