Schlagwort: Diskurse

Wer steht hinter Literarische Gedankenexperimente?

Hinter den literarischen Gedankenexperimenten stehe ich – eine Literaturwissenschaftlerin, die in Texten entdeckt, was andere übersehen.

Nach meinem Studium der Literaturwissenschaft mit Schwerpunkt auf mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Literatur fasziniert mich bis heute, wie Geschichten über Jahrhunderte hinweg wirken und uns prägen. Was als wissenschaftliche Neugier begann, ist zu einer Leidenschaft geworden: Ich erkenne Muster in unterschiedlichen Erzählungen, analysiere Figuren undsuche nach verborgenen Verbindungen – das sind meine Gedankenexperimente. Dabei interessiert mich nicht nur, was Autorinnen und Autoren geschrieben haben, sondern auch das, was zwischen den Zeilen steht und wie es mit unserer heutigen Welt in Resonanz tritt.

Derzeit arbeite ich an drei Projekten: einer Studie zur historischen Figurennarratologie in der frühneuzeitlichen Novellistik, einem medienhistorischen Vergleich zweier Widmungsbriefe sowie einem Beitrag zur Intermedialität auf Basis unveröffentlichter Quellen.
Mehr über meine Interessen gibt es unter Über mich.

  • Mohamed Amjahid: Alles nur Einzelfälle? Das System hinter der Polizeigewalt

    Auf das Buch von Mohamed Amjahid mit dem Titel Alles nur Einzelfälle bin ich durch eine Lesung aufmerksam geworden, bei der auch Asal Dardan mit Traumaland zugegen war. Die beiden Werke haben Berührungspunkte. Wo Amjahids Buch strukturellen Machtmissbrauch durch die Polizei als Institution mit seinen komplexen Auswirkungen sichtbar macht, weist Dardan auf Knotenpunkte der Gewalt…

  • Joan McBreens The Poetry of Silence Vilhelm Hammershøi – Kunst über Kunst

    Anlässlich der großen Hammershøi-Retrospektive in der Royal Academy London im Jahr 2008 verfasste die irische Dichterin Joan McBreen das Gedicht Vilhelm Hammershøi: The Poetry of Silence. Es erschien 2011 und ist weit mehr als eine ekphrastische Beschreibung von Hammershøis Malerei. McBreen erschafft ein literarisches Interieur, das die Essenz des dänischen Künstlers beschreibt und mit Worten…

  • Intermedialität in der Kunstvermittlung: Thomas Schlessers Monas Augen

    Wie moderne Kunstpädagogik durch intermediale Ansätze revolutioniert wird Was passiert, wenn Leonardo da Vincis Mona Lisa plötzlich zu sprechen beginnt? Thomas Schlesser macht in seinem Werk Monas Augen genau das möglich: Er lässt Kunstwerke sprechen, indem er die Grenzen zwischen Bild und Wort über seine Figuren durchbricht. In einer Zeit der visuellen Überreizung – von…

  • Ted Lasso – Fußball, Optimismus, aus Literatur lernen

    Als Ted Lasso seinen Spielern Bücher schenkt, wirkt das zunächst wie eine weitere Marotte dieses unerschütterlichen Optimisten. Doch die Szene ist mehr als ein Gag. Sie behauptet etwas Radikales: dass Literatur Menschen verändern kann – nicht abstrakt, sondern konkret. Nicht als Bildungsornament, sondern als Handlungsmotor. In einer Serie, die vom Profifußball handelt, wird ausgerechnet das…

  • Heimkehr – Engelke: Mensch und Maschine im Expressionismus | Analyse

    Es wird hier um das Gedicht Heimkehr von Gerrit Engelke aus dem Jahr 1917 gehen. Mit dem Wort ‘Heim’ hatte ich mich bereits in der Auseinandersetzung mit Heimweh von Else Lasker-Schüler befasst, ein anderes expressionistisches Gedicht in anderem Kontext war Campendonk von Franz Richard Behrens. Es ist interessant, wie das Wort in unterschiedlichen Kontexten entweder…

  • Strukturelle Gewalt gegen Frauen in Film und Literatur

    Nibelungenlied, Jane Austens Überredung, Ovid, Pretty Woman und mehr „[D]as Wort ‘Gewalt’ meint in seiner ursprünglichen Bedeutung ‚Kraft haben‘, ‚Macht haben‘, ‚über etwas verfügen‘ […]“.[1] Im Lateinischen findet sich der Begriff als potestas in vielen Quellen und wird unter anderem synonym für „Herrschaft […] über Sachen [und] Personen“[2] gebraucht. Strukturelle Gewalt, dieser Begriff wurde von…

  • Lene Albrecht bricht Tabus und erzählt von Scham und Identität

    Lene Albrecht erzählt in ihrem Roman Weiße Flecken von der Spurensuche nach den eigenen Vorfahren in einer postkolonialen Welt, die geprägt ist von latentem Rassismus, Vorurteilen, Kolonialismus und Kapitalismus und den damit verbundenen Geschichten vieler Menschen – auch der eigenen – dem Erinnern und dem Verdrängen und darüber hinaus mit Scham. Einer Emotion, die kollektiv,…

  • Literarische Figurenrätsel – Aristoteles & Co in der Kneipe

    Aristoteles geht in die Kneipe. Wird es ein Symposium geben?

  • Zitiert: Laurent Binet – Die siebte Sprachfunktion

    Die siebte Sprachfunktion, ein Roman von Laurent Binet, setzt sich mit Sprache und Intertextualität auseinander und stellt unter Beweis, dass Literatur- und Sprachwissenschaftler eindeutig die besseren Detektive sind. In der folgenden Szene spricht der berühmte Roland Barthes im Delirium aus dem Krankenbett heraus von seinem unvollendeten Buch. „Jeder Text ist in seiner Masse dem Sternenhimmel…