Schlagwort: Gemeinschaft

Wer steht hinter Literarische Gedankenexperimente?

Hinter den literarischen Gedankenexperimenten stehe ich – eine Literaturwissenschaftlerin, die in Texten entdeckt, was andere übersehen.

Nach meinem Studium der Literaturwissenschaft mit Schwerpunkt auf mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Literatur fasziniert mich bis heute, wie Geschichten über Jahrhunderte hinweg wirken und uns prägen. Was als wissenschaftliche Neugier begann, ist zu einer Leidenschaft geworden: Ich erkenne Muster in unterschiedlichen Erzählungen, analysiere Figuren undsuche nach verborgenen Verbindungen – das sind meine Gedankenexperimente. Dabei interessiert mich nicht nur, was Autorinnen und Autoren geschrieben haben, sondern auch das, was zwischen den Zeilen steht und wie es mit unserer heutigen Welt in Resonanz tritt.

Derzeit arbeite ich an drei Projekten: einer Studie zur historischen Figurennarratologie in der frühneuzeitlichen Novellistik, einem medienhistorischen Vergleich zweier Widmungsbriefe sowie einem Beitrag zur Intermedialität auf Basis unveröffentlichter Quellen.
Mehr über meine Interessen gibt es unter Über mich.

  • Chimamanda Ngozi Adichies Americanah – Identität, Race und Zugehörigkeit

    Ich weiß noch genau, dass ich mir Americanah von Chimamanda Ngozi Adichie sofort gekauft habe, nachdem es in einer Literatursendung empfohlen wurde. Auf Englisch, natürlich. Und ich weiß noch genau, dass ich nach dem Durchlesen sehr beeindruckt war und das Gelesene auch sofort in einem Essay verarbeitet habe, dessen Inhalt meine Lehrerin mit Rotschrift markierte.…

  • Maria Höck und Juliana Kralik: Ein Einhorn namens Oktober

    2. Dezember | Für den zweiten Tag habe ich mir ein Buch ausgesucht, dass sich an Kinder wendet und sich mit wichtigen Angelegenheiten auseinandersetzt: Was macht mich besonders? Was kann ich gut? Diese Fragen beschäftigen Kinder früh, wobei die Antworten darauf ihr Selbstbild prägen. Ein Einhorn namens Oktober von Maria Höck und Juliana Kralik verpackt…

  • Traumaland – Asal Dardan: Verortetes Gedenken

    Das Buchcover von Traumland als Symbol? Das Buchcover von Traumaland erinnert mich an Buntglasfenster, wie man sie aus Kirchen kennt. Eine Landschaft in Gelb, Ocker, Rot und Grün durchzogen von hellen Linien. Was in Kirchenfenstern sauber durch Bleiruten getrennt bildhaft inszeniert ist, erzählt Asal Dardan mit Worten – sie erzählt von ihrer Spurensuche durch Traumaland,…

  • Horst Wessel als Märtyrerfigur – Mutter, Mythos, Propaganda

    Mythenbildung in der nationalsozialistischen Literatur am Beispiel von Horst Wessel Ich habe Horst Wessel von Hanns Heinz Ewers einst im Studium gelesen und mir dafür sogar eine der ersten Ausgaben in Fraktur besorgt. Die roch nach Zigaretten. Auch, wenn ich gebrauchten Büchern durchaus ihre eigenen Qualitäten abgewinnen kann, so hatte ich eben gerade bei diesem…

  • Im Grunde gut: Wie Bregman unser Menschenbild revolutioniert

    Hinter Tür Nummer 14 befindet sich Im Grunde gut. Eine neue Geschichte der Menschheit von Rutger Bregman, einem niederländischen Historiker, Journalist und Bestsellerautor. Er argumentiert, dass Menschen von Natur aus nicht egoistisch oder gewalttätig sind, sondern eher kooperativ, empathisch und gut. Bregman widerlegt darüber hinaus pessimistische Ansichten über die Menschheit und zeigt, dass viele historische…

  • Der Herr der Ringe von J.R.R. Tolkien: Helden, Abenteuer und der Kampf zwischen Gut und Böse

    J.R.R. Tolkiens Der Herr der Ringe zählt zu den bekanntesten und einflussreichsten Fantasy-Werken weltweit und entführt die Leser:innen in die magische Welt Mittelerdes voller Abenteuer, Freundschaft, Mut und epischer Kämpfe zwischen Gut und Böse.Es geht um einen Ring, einen Zauberring und nicht um den übertragenen Ring wie bei Wagner, der die Tetralogie des zugehörigen Stückes…

  • Ulrike Draesner – zu lieben: Rezension & Analyse

    Ulrike Draesners Roman zu lieben ist eine poetische und persönliche Auseinandersetzung mit Liebe, Identität und familiären Bindungen. In diesem Werk verbindet Draesner feinfühlig persönliche Gefühle mit gesellschaftlichen Fragen und zeigt, wie Nähe, Anderssein und Zugehörigkeit das Leben prägen. Die 1962 in München geborene Autorin gehört zu den kraftvollsten Stimmen der deutschen Gegenwartsliteratur; ihre Werke wurden…

  • Hadija Haruna-Oelker: Die Schönheit der Differenz – Diversität und Identität verstehen

    In Die Schönheit der Differenz verbindet Hadija Haruna‑Oelker persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlicher Analyse, um zu zeigen, wie Unterschiede keine Bedrohung, sondern Chance für ein besseres Zusammenleben sind. Das Buch erschien bereits 2022 und stellt Fragen zum Zusammenleben innerhalb einer Gesellschaft zu Themen wie Sozialisierung, Behinderung und was wir alles ausblenden, Konstruktionen des trennenden Anderen, Gender…

  • Odysseus der Lügner? Täuschung, List und Figuren in Homers Odyssee

    Das altertumswissenschaftliche Fachlexikon der Neue Pauly führt den listenreichen Odysseus, den griechischen Helden aus der Odyssee von Homer (entstanden etwa um 750 v. Chr.), dessen Klugheit bereits in der Ilias von Homer weitreichende Auswirkungen hatte, folgendermaßen ein: „Sohn des Laërtes und der Antikleia, Gatte der Penelope, Vater des Telemachos. Eine der zentralen Figuren der griech.…

  • Heimkehr – Engelke: Mensch und Maschine im Expressionismus | Analyse

    Es wird hier um das Gedicht Heimkehr von Gerrit Engelke aus dem Jahr 1917 gehen. Mit dem Wort ‘Heim’ hatte ich mich bereits in der Auseinandersetzung mit Heimweh von Else Lasker-Schüler befasst, ein anderes expressionistisches Gedicht in anderem Kontext war Campendonk von Franz Richard Behrens. Es ist interessant, wie das Wort in unterschiedlichen Kontexten entweder…

  • Oben Erde, unten Himmel – Milena Michiko Flašar: Roman über Einsamkeit, Tod & Kodokushi

    In Japan sterben jährlich über 76.000 Menschen einsam in ihren Wohnungen. Erst Wochen oder Monate später werden sie gefunden – Kodokushi nennt man dieses Phänomen. Milena Michiko Flašars Roman Oben Erde, unten Himmel erzählt davon mit außergewöhnlicher Wärme und Würde. Bewegt sich der Roman also tatsächlich am Rande der „Wohlfühliteratur“[1]? Dem stimme ich aus mehrfachen…