Schlagwort: Symbolik

Wer steht hinter Literarische Gedankenexperimente?

Hinter den literarischen Gedankenexperimenten stehe ich – eine Literaturwissenschaftlerin, die in Texten entdeckt, was andere übersehen.

Nach meinem Studium der Literaturwissenschaft mit Schwerpunkt auf mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Literatur fasziniert mich bis heute, wie Geschichten über Jahrhunderte hinweg wirken und uns prägen. Was als wissenschaftliche Neugier begann, ist zu einer Leidenschaft geworden: Ich erkenne Muster in unterschiedlichen Erzählungen, analysiere Figuren undsuche nach verborgenen Verbindungen – das sind meine Gedankenexperimente. Dabei interessiert mich nicht nur, was Autorinnen und Autoren geschrieben haben, sondern auch das, was zwischen den Zeilen steht und wie es mit unserer heutigen Welt in Resonanz tritt.

Derzeit arbeite ich an drei Projekten: einer Studie zur historischen Figurennarratologie in der frühneuzeitlichen Novellistik, einem medienhistorischen Vergleich zweier Widmungsbriefe sowie einem Beitrag zur Intermedialität auf Basis unveröffentlichter Quellen.
Mehr über meine Interessen gibt es unter Über mich.

  • Das Einhorn und die unsichtbare Jägerin

    Gedanken zur Instrumentalisierung des Weiblichen im Einhorn-Mythos Das Einhorn ist ein Tier der Reinheit. So heißt es zumindest vielfach in der Überlieferung, wird dies auch in der mittelalterlichen Bestiarium-Tradition immer wieder betont. Doch was ist Reinheit? Ein genauerer Blick auf die frühchristliche Tradition zeigt, dass es sich dabei um keinen besonders vorbildlichen Zustand handelt, sondern…

  • Der Zauberer von Oz: Conditio humana im blinden Fleck der Figuren

    Der Zauberer von Oz bzw. The Wonderful Wizard of Oz von Lyman Frank Baum ist ein bekanntes amerikanisches Märchen und hat in den USA so in etwa denselben Stellenwert wie hierzulande die Märchen der Gebrüder Grimm. Zumindest das für den Film The Wizard of Oz (1939) komponierte Lied Over the Rainbow oder Somewhere Over the…

  • Gottfried von Straßburg: Tristan – Poetologie zwischen Minne und Gesellschaft

    Wer an Tristan denkt, denkt oft auch an Isolde, an verhängnisvolle Liebe, je nach Alter an die Verfilmung von 2006 oder an Wagner und in dem Zusammenhang dann vielleicht auch an seine Vereinnahmung durch den Nationalsozialismus und dann war es das mit der schönen Erinnerung. Für heute habe ich mir als Lesetipp im literarischen Adventskalender…

  • Guinevere – Frau von König Artus und Femme Fatale Camelots?

    Guinevere ist die Frau von König Artus und eine der zentralen Figuren der Artussage. König Artus und Guinevere oder Ginover (der Name besitzt viele unterschiedliche Schreibweisen) sind mehr als nur ein Herrscherpaar – ihre Verbindung spielt in den Artuslegenden eine zentrale Rolle im Machtgefüge des Reiches. Aus diesem Grund befindet sich das Paar auch auf…

  • Wolfram von Eschenbach: Parzival – Mittelalterlicher Gralsroman heute noch aktuell

    Ein Meisterwerk ist Parzival, eines der bedeutendsten Werke höfischer Literatur des Mittelalters, verfasst von Wolfram von Eschenbach um 1200-1210. Ich würde meine Liebe für die mittelalterliche Literatur verhehlen, wenn ich nicht mindestens eines dieser großartigen Werke unterbrächte. Das Nibelungenlied habe ich schon in meinem Beitrag zur strukturellen Gewalt gegen Frauen behandelt (eine Abwandlung meiner Bachelorarbeit),…

  • Mackie Messer und The Ministry of Ungentlemanly Warfare

    Von Mackie Messer hat man gehört – wenn nicht aus Bertolt Brechts 1928 veröffentlichter Dreigroschenoper, dann zumindest vom oft vertonten Mack the Knife. Auch Guy Ritchie hat für seinen neuesten Film The Ministry of Ungentlemanly Warfare auf die berühmte Moritat zurückgegriffen. Mich interessiert, warum und wie der Song in den Film integriert ist, was das…

  • Sieben Minuten nach Mitternacht: Patrick Ness erklärt Kindern den Tod

    Sieben Minuten nach Mitternacht bzw. im Englischen A Monster Calls stammt aus dem Jahr 2011, wurde von Patrick Ness verfasst, basiert auf der Idee der verstorbenen Siobhan Dowd und ist mit Illustrationen von Jim Kay unterlegt. Das illustrierte Buch handelt von Trauer und Verlust, von Wut und Ohnmacht, davon, sich seinen Ängsten zu stellen, sich…

  • Der Zauberer von Oz analysiert: Figuren, Farben, Allegorien

    „There’s no place like home“ oder „We’re not in Kansas anymore“ – kaum eine Geschichte hat unsere Kultur so durchdrungen wie L. Frank Baums The Wonderful Wizard of Oz (1900). Hinter dem bunten Kinderbuchklassiker, das in den USA denselben Stellenwert hat wie bei uns die Grimms, steckt mehr als Hexen und sprechende Tiere: Es spiegelt unsere tiefsten Selbstzweifel,…

  • Lolita von Vladimir Nabokov – individuelle Spurensuche

    „Lolita, Licht meines Lebens, Feuer meiner Lenden. Meine Sünde, meine Seele. Lo-li-ta: die Zungenspitze macht drei Sprünge den Gaumen hinab und tippt bei Drei gegen die Zähne. Lo. Li. Ta. Sie war Lo, einfach Lo am Morgen, wenn sie vier Fuß zehn groß in einem Söckchen dastand. Sie war Lola in Hosen. Sie war Dolly…