Schlagwort: Kollektiv

Wer steht hinter Literarische Gedankenexperimente?

Hinter den literarischen Gedankenexperimenten stehe ich – eine Literaturwissenschaftlerin, die in Texten entdeckt, was andere übersehen.

Nach meinem Studium der Literaturwissenschaft mit Schwerpunkt auf mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Literatur fasziniert mich bis heute, wie Geschichten über Jahrhunderte hinweg wirken und uns prägen. Was als wissenschaftliche Neugier begann, ist zu einer Leidenschaft geworden: Ich erkenne Muster in unterschiedlichen Erzählungen, analysiere Figuren undsuche nach verborgenen Verbindungen – das sind meine Gedankenexperimente. Dabei interessiert mich nicht nur, was Autorinnen und Autoren geschrieben haben, sondern auch das, was zwischen den Zeilen steht und wie es mit unserer heutigen Welt in Resonanz tritt.

Derzeit arbeite ich an drei Projekten: einer Studie zur historischen Figurennarratologie in der frühneuzeitlichen Novellistik, einem medienhistorischen Vergleich zweier Widmungsbriefe sowie einem Beitrag zur Intermedialität auf Basis unveröffentlichter Quellen.
Mehr über meine Interessen gibt es unter Über mich.

  • Der Zauberer von Oz: Conditio humana im blinden Fleck der Figuren

    Der Zauberer von Oz bzw. The Wonderful Wizard of Oz von Lyman Frank Baum ist ein bekanntes amerikanisches Märchen und hat in den USA so in etwa denselben Stellenwert wie hierzulande die Märchen der Gebrüder Grimm. Zumindest das für den Film The Wizard of Oz (1939) komponierte Lied Over the Rainbow oder Somewhere Over the…

  • Chimamanda Ngozi Adichies Americanah – Identität, Race und Zugehörigkeit

    Ich weiß noch genau, dass ich mir Americanah von Chimamanda Ngozi Adichie sofort gekauft habe, nachdem es in einer Literatursendung empfohlen wurde. Auf Englisch, natürlich. Und ich weiß noch genau, dass ich nach dem Durchlesen sehr beeindruckt war und das Gelesene auch sofort in einem Essay verarbeitet habe, dessen Inhalt meine Lehrerin mit Rotschrift markierte.…

  • Die Holländerinnen von Dorothee Elmiger – vielstimmige Prosa mit Sogwirkung

    7. Dezember | Dorothee Elmiger hat mit Die Holländerinnen in diesem Jahr sowohl den Deutschen Buchpreis, den Bayerischen Buchpreis als auch den Schweizer Buchpreis gewonnen. Aus diesem Grund stelle ich das Werk auch im literarischen Adventskalender vor. Dabei liest sich das Buch nicht einfach so nebenbei. Es verlangt Aufmerksamkeit, belohnt jedoch mit einer dichten, vielstimmigen…

  • Wahrheitsproduktion und Wahrheitsdurchsetzung in der Vormoderne

    Abstract Dieses Forschungsprojekt beleuchtet die Mechanismen der Wahrheitsproduktion und -behauptung in der Vormoderne. Analysiert werden mittelalterliche und frühneuzeitliche literarische Werke, religiöse Texte, Chroniken sowie städtische und überregionale Zucht- und Policeyordnungen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie bestimmte Gebote, Verbote und soziale Normen intertextuell und intermedial vermittelt wurden, um gesellschaftliche, wirtschaftliche oder religiöse Intentionen zu legitimieren.…

  • Jehona Kicaj ë: Murmeln als Symbol des Unsagbaren

    Abstract: In der vorliegenden Analyse wird untersucht, wie Murmeln in Jehona Kicajs Roman ë vom privaten Spielzeug zur materiellen Archivierung von Gewalt transformiert werden. Sie fungieren als zentrales Symbol für das Unsagbare und den Verlust der Kindheit, indem sie stille Zeugnisse von Kriegsereignissen bewahren, die sprachlich kaum fassbar sind. Durch diese Verschiebung in einen forensischen…

  • Traumaland – Asal Dardan: Verortetes Gedenken

    Das Buchcover von Traumland als Symbol? Das Buchcover von Traumaland erinnert mich an Buntglasfenster, wie man sie aus Kirchen kennt. Eine Landschaft in Gelb, Ocker, Rot und Grün durchzogen von hellen Linien. Was in Kirchenfenstern sauber durch Bleiruten getrennt bildhaft inszeniert ist, erzählt Asal Dardan mit Worten – sie erzählt von ihrer Spurensuche durch Traumaland,…

  • Joe Brainard’s I Remember: eine literarische Erinnerungsmaschine

    Ich erinnere mich – wie oft sagen wir diesen Satz eigentlich? Mal bewusst, mal achtlos, mal automatisch und floskelhaft, mal mit einem wehmütigen Stich im Herzen, mal sehnsuchtsvoll oder im Gedanken an ein Ereignis, weil wir einen bestimmten Duft wahrgenommen haben. Dabei ist die Erinnerung an sich etwas, das eigentlich gar nicht mehr da ist,…

  • WIR KOMMEN – Dialog im kollektiven Ich: Sex, Alter, Begehren – Scham, Schweigen, Tabus

    WIR KOMMEN ist ein Kollektivroman. 18 Autor*innen aus mehreren Generationen tauschen sich im Dialog gemeinsam über weibliches Begehren, Sex und Alter aus. „In einem einzigartigen Experiment verbindet ›WIR KOMMEN‹ die Stimmen von Autor*innen verschiedener Identitäten und Herkünfte zu einem kollektiven Roman.“ Das steht im Klappentext. Es geht also um einen offenen Austausch über Themen, die…