Weiße Flecken – Lene Albrecht: Von Scham und Identität erzählen

Lene Albrecht erzählt in ihrem Roman Weiße Flecken von der Spurensuche nach den eigenen Vorfahren in einer postkolonialen Welt, die geprägt ist von latentem Rassismus, Vorurteilen, Kolonialismus und Kapitalismus und den damit verbundenen Geschichten vieler Menschen – auch der eigenen – dem Erinnern und dem Verdrängen und darüber hinaus mit Scham. Einer Emotion, die kollektiv, kulturell und individuell mit all diesen Themen, mit den Figuren und auch den Rezipienten in Verbindung steht. Ich interessiere mich im Rahmen des dieser Webseite übergeordneten Gedankenexperimentierens für zwei große Themen in Weiße Flecken, die ich aber aufgrund der Komplexität in zwei Beiträgen behandeln möchte. Es handelt sich einmal um Scham und die Art und Weise ihrer Darstellung in verschiedenen Kontexten sowie dem Erzählen über die im Buch vorhandenen Themen und seiner Funktion.

Weiße_Flecke - Lene Albrecht

Weiße Flecken zusammengefasst

Erzählt wird in Weiße Flecken von Ellen, die sich auf die Spuren des deutschen Kolonialismus in Togo macht und letztlich auf Spurensuche in der eigenen Familiengeschichte geht. Was als Auftrag zur Erforschung von Flucht- und Migrationsursachen und ihrer Verbindung zur deutschen Kolonialherrschaft beginnt, wird zu einer Auseinandersetzung mit Mechanismen des Kolonialismus, Hinterfragen der geschichtlichen Darstellung dieser Thematik und ambivalenten Motiven für das weiterhin vorhandene Interesse am Bereisen des Landes im Zusammenhang mit der Erforschung der eigenen Wurzeln und Identität. Es geht also um eine Konfrontation mit der deutsch-togolesischen Kolonialgeschichte und zwar über die Protagonistin, die viele Figuren trifft und wiederum über ihre Geschichten andere Perspektiven auf die ihr bekannte Geschichte kennenlernt, die wiederum weitere Erkenntnisse zulassen und letztlich münden in der Suche nach der eigenen Identität über die Aufarbeitung der eigenen Familiengeschichte. Lene Albrecht hat sich in ihrem Roman mit der Suche nach ihrer Urgroßmutter beschäftigt, erzählt von der individuellen Spurensuche, von Unsicherheit und Verantwortung die mit dem Aufstellen der weißen Sichtweise in Togo aufgemacht wird, wie die in der Schule gelehrten Selbstverständlichkeiten hinter der togolesischen Wirklichkeit verschwinden und in Frage gestellt werden. Im Podcast Lesart vom 23. Januar 2024 des Deutschlandfunk Kultur erzählt Lene Albrecht etwas über die Entstehung.

Zu Lene Albrecht

Ich zitiere hier den die Autorenangaben von der Verlagsseite:

„Lene Albrecht, geboren 1986 in Berlin, studierte Kulturwissenschaften in Frankfurt (Oder) und am Literaturinstitut Leipzig. 2019 erschien ihr Debütroman »Wir, im Fenster«. Für die Arbeit an »Weiße Flecken« erhielt sie das Recherchestipendium des Berliner Senats. Als Mitglied des Kollektivs WRITING WITH CARE/RAGE organisierte sie 2021 eine gleichnamige Konferenz zur Frage nach der Vereinbarkeit von Care-Arbeit und Autor*innenschaft. Sie arbeitet als freie Lektorin, Journalistin und Moderatorin u. a. für die Redaktion Radiokunst von »Deutschlandfunk Kultur«.“[1]

Ich komme nicht um eine umfassende Definition und Beschreibung der Emotion Scham vorbei. Dies wird in diesem Beitrag auch ausführlicher der Fall sein als in meinem Beitrag zu Sara Pennypackers Mein Freund Pax.

Der Beginn der Scham!?

„Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon und er aß. Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze. Und sie hörten Gott den Herrn, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des Herrn unter den Bäumen im Garten. Und Gott der Herr rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich.“[2]

Der Sündenfall ist nicht nur Ausweis der weiblichen Unzulänglichkeit, sondern auch christlicher Quell der Scham als Konsequenz für die Verführung Evas durch die Schlange Satan. Mit der Scham hängt die Schuld eng zusammen, sie können in ein und derselben Situation zugleich auftreten. Schon beim Sündenfall ist die Scham auf die Nacktheit des menschlichen Körpers bezogen. Hinter der Emotion steckt oft die Angst vor dem Verlassenwerden, die zusammenhängt mit dem Gesehenwerden des Selbst durch Andere, die sich gerade aufgrund dieses Sehens im schlimmsten Fall angewidert abwenden könnten, wenn sie sehen wer man wirklich ist. Im Sündenfall kumulieren didaktische Implikationen, die in den christlichen Lehren bis heute tradiert sind und die Scham des Menschen im pädagogischen Sinne bei Handlungen, die den christlichen Tugenden entgegenstehen, zu Erziehungszwecken aufrechterhalten. Die vermeintliche Sündhaftigkeit des Menschen und die damit implizierte Scham können als instrumentalisierte Beschämung zu Erziehungszwecken genutzt werden.

Missionieren und die literarische Darstellung

Wenn die Protagonistin Ellen in Weiße Flecken von Robinson Crueso und der realen Vorlage spricht, wird die Figur des Freitag mit dem Willen zum Missionieren verknüpft. In Weiße Flecken hat Essofa von dem sich scheinbar aus Dankbarkeit sich dem Weißen alle paar Meter zu Füßen werfenden Freitag eine andere Sichtweise. (S. 140) Er vermutet einen „kolossalen Irrtum“ (S. 140) und nimmt an, der „weiße Fremde habe ein Ritual, das er nicht deuten konnte, falsch interpretiert und so ganz grundlos zwei Menschen mit seiner Feuerwaffe getötet. Freitags Gesten waren nichts anderes als der Versuch, sein eigenes Leben zu retten, sich vor diesem Wahnsinnigen zu schützen. Er musste schreckliche Angst gehabt haben.[3]  (S. 140-141)

Hier wird die bekannte Geschichte umgedeutet und eine neue Perspektive offenbar, die aufgrund der Selbstverständlichkeit, mit der Freitag als jemand betrachtet wurde, der dem weißen Fremden dankbar sein musste, gar nicht akzeptiert wird. Ist externalisierter Scham über die Nichtanerkennung dieser doch auch plausiblen Erklärung der Grund, dass Essofa wegen seiner Aussage in der Schule durchfällt? (S. 141)

„Alle Zeitungen berichteten seinerzeit von dem Schotten, der ganz allein vier Jahre und vier Monate auf einer verlassenen Insel überlebt hatte. Abgesehen von dem Rahmen jedoch glich der Schotte Crusoe in nichts. Es gab keinen Freitag, keine Kannibal *innen, weit und breit niemanden, die oder den er hätte christlich erziehen können, außer sich selbst, denn er war ursprünglich nur auf dem Schiff gelandet, weil er an Land in Konflikt mit dem Gesetz gekommen war.“ (S. 20)

Ich komme noch auf die Externalisierung von Scham und der damit einhergehenden Verdrängung der eigenen Verhaltensweisen zu sprechen. Es scheint mir aber ein Thema zu sein, dass sich in vielfältiger Form durch Weiße Flecken hindurchzieht.

Wie fühlt sich Scham an?

Wenn Adam in der Bibel von Furcht spricht, dann schämt er sich davor, von Gott verlassen zu werden. Und in der Tat sind die Folgen des Sündenfalls bekanntermaßen verheerend. Die kalifornische Psychologin Helen Resneck-Sannes beschreibt das Schamerleben folgendermaßen:

„In der ersten Reaktion auf das Ertappt-Sein, der Verlegenheit, errötet der Mensch, das Blut schießt in die Peripherie und die Herzfrequenz steigt. Sowie die Wirkung intensiver wird und in Scham übergeht, in das Gewahrsein, dass unser Selbst schlecht ist, versuchen wir uns zu verstecken, unsere Energie nach innen zu ziehen – der Kopf senkt sich, die Augen sind niedergeschlagen, die Schultern nach vorn gezogen und der Oberkörper sinkt zusammen.“[4] Scham werde zudem über die Augen wahrgenommen und gefühlt.[5] Tatsächlich gibt es aber neben der direkt in einem bestimmten Moment wahrgenommenen Scham auch die Art von Scham, die sich auf die eigene Existenz bezieht und nicht durch Erröten markiert ist, sondern als zu der eigenen Identität zugehörig. Und natürlich ist Scham nicht nur individuell, sondern auch kulturell bedingt.

Versuch der Definition von Scham

Die Definition der Psychologin ist dann etwas nüchterner: „Scham und Schuld unterscheiden sich insofern, als Schuld das Gefühl beschreibt, etwas Falsches getan zu haben. Scham hingegen ist die Erfahrung, selbst schlecht, falsch oder abstoßend zu sein. Wird ein Kind in seinem Wesen beschämt und um einer selbst willen wütend zurückgewiesen, gibt es keinen vorgezeichneten Weg zurück in die Beziehung, während Schuld durch Sühne und Wiedergutmachung getilgt werden kann. Beim Erleben von Scham gibt es kein Entrinnen; was immer man auch tun mag, es wird die Auswirkungen nicht mindern. Es ist geschehen; man ist vor seinem Gegenüber entblößt und kann den Teil seiner selbst nicht verbergen, der so unannehmbar ist.“[6]

Scham ist also eine unangenehme Emotion, Menschen wollen Schamempfinden um jeden Preis vermeiden. Julia Bucher kommt während ihrer Beschreibung der Scham auf die Beschreibung den des französischen Philosophen Jean-Paul Sartre zu sprechen, bei dem Scham sich „als unabdingbar subjektkonstituierend[7] erweise. „Jetzt habe ich Schritte im Vorsaal gehört: man sieht mich. Was soll das heißen? Das soll heißen, daß ich in meinem Sein plötzlich von etwas betroffen werde und daß in meinen Strukturen wesentliche Veränderungen auftreten […]“[8]

Der Blick des Anderen

In der beschriebenen Szene wird das Ich durch das Bemerken des Anderen auf sich selbst zurückgeworfen und erkennt, dass es für diesen Anderen Objekt ist und dass der Andere es erkennen kann, ohne dass es sich dagegen wehren könnte.[9] „Der Blick des Gegenübers macht ihm das unabwendbare Ausgeliefertsein dem Anderen gegenüber bewusst und so wird es sich im Blick des Anderen seiner Selbst bewusst. Dieses Bewusstwerden wird begleitet von dem Erleben von Scham. Die Scham manifestiert sich in dem Moment, in dem das Ich realisiert, dass es nicht allein ist auf der Welt und von anderen erkannt wird.“[10] Bei Sartre gibt es den doppelten Bezug der Scham, einmal die Scham über sich und die Scham über andere. Es gibt jedoch noch eine Erweiterung, bei der Scham sich im Verhältnis zu Anderen zeigt, zu sich selbst und zu geltenden Normen.[11]

Scham als anthropologische Dimension

Scham erscheint kulturabhängig und zugleich universal, wann die Scham auftritt, hängt vom Kontext ab.[12] „Somit bleibt Scham an die kulturellen Norm- und Wertevorstellungen gekoppelt, erweist sich aber zugleich als anthropologisches Charakteristikum.“[13] Die soeben aufgezeigte Dreiteilung der Scham ist insofern sinnvoll, da sie mit einem in der Gesellschaft als richtig erachtetem Verhalten zusammenhängt und damit auch in einem übergeordneten Sinn als kulturstiftend oder gesellschaftsformend betrachtet werden kann. „Das Thema der Scham bringt uns zum Verbindungspunkt zwischen Kultur und Individuum, Selbst und Anderem. Scham ist einerseits »sozialer Klebstoff«, der die kulturellen Standards und Ideale und deren Überschreitung anzeigt und überwacht, wird andererseits aber auch schnell zu einer unüberbrückbaren Trennung.“[14]

Laut Jens L. Tiedemann gehen mit der Frage nach der intersubjektiven Natur der Scham und ihrer Erforschung Fragen einher, wie wir uns selbst sehen und ob dieses Selbst Ablehnung und Anerkennung von anderen erfährt.[15] Gerade hier sind kulturelle Stereotype und Projektionen von blinden Flecken interessant zu beobachten, denn das, was nicht gesehen werden soll wird projiziert auf Sündenböcke und auserwählte Folienträger, die dann zum Schweigen gebracht werden. Und gerade bei Stereotypen sind spezifische Denkweisen und Wissenselemente im kulturellen Umlauf, die diskriminierende Aspekte beherbergen. Darum hat Scham auch etwas mit verbaler Gewalt und Mobbing zutun.

Scham, Schuld und Mobbing

Mobberin*innen können Menschen auf subtile und destruktive Weise manipulieren, ihnen Schaden zufügen und dennoch unentdeckt bleiben.[16] Laut Rebecca S. Merkin stehen Scham und Mobbing bzw. das Tyrannisieren in engem Zusammenhang, vermutet wird zudem, dass „uneingestandene Scham für dieses antisoziale Verhalten verantwortlich“[17] ist.

Als Hauptmerkmale besitzen Mobbende einen Mangel an Empathie, die Tendenz zum Leugnen ihres Verhaltens und der Ablehnung von Verantwortung dafür.[18] Zu Mobbing neigende Personen seien selbst zuvor häufig Ziel für derartig antisoziales Verhalten als Ziel von Scham durch verschiedene Formen des Missbrauchs gewesen.[19] „Tatsächlich gibt es Hinweise darauf, dass tyrannisierende Personen auch indirekte Aggressionen einsetzen, indem sie ihr Verhalten durch externalisierende Schuldzuweisungen rechtfertigen und ihr Verhalten vor sich selbst als akzeptabel darstellen […].“[20] Häufig kämen in diesem Zusammenhang indirekte Taktiken zum Einsatz durch Personen, die zum Machiavellismus und zum Narzissmus neigen, Personengruppen also, die nachweislich Empathiedefizite aufweisen.[21]

Scham und Empathie

Die Eigenschaft der Empathie verhindere dagegen die Wahrscheinlichkeit zum Betreiben von Mobbing und sorge für ein prosoziales Agieren.[22] „Während Scham nachweislich mit anti­sozialem Verhalten zusammenhängt, hat sich gezeigt, dass die Neigung zu ‚scham­freien‘ Schuldgefühlen umgekehrt mit der Externalisierung von Schuld und einigen Indizes von Wut, Feindseligkeit und Groll korreliert […]. Scham scheint also mit antisozialem und möglicherweise schikanösem Verhalten zu­sammenzuhängen, während Schuldgefühle eher mit Engagement, Empathie und prosozialem Verhalten in Verbindung gebracht werden.“[23] Das mobbende Verhalten wiederholt sich aufgrund der fehlenden Empathie und der Unfähigkeit die Verantwortung für das schädigende Verhalten anderer zu übernehmen. Laut Merkin verstärkt sich das Mobbing sogar noch, wenn das Opfer Schmerz zeige.[24]

Stereotype und Tradierung kultureller Vorurteile

Die Geschichte ist voll von Externalisierungen auf der Basis von Scham und Schuld, der Suche nach Sündenböcken, auf welche die eigenen als schamvoll betrachten blinden Flecken projiziert werden. Viele sind bereits seit Jahrhunderten tradiert und manifestieren sich in der Alltagskommunikation, sind immer noch in Sprichwörtern präsent und werden heutzutage oftmals sogar unbewusst einfach im Gespräch abgespult, ohne sie genauer zu hinterfragen. Ich habe dafür sogar zwei Beispiele. Du Bauer! – diesen Ausdruck habe ich tatsächlich so gehört und er sollte in dem damaligen Kontext die vermeintliche Dummheit der Handlung einer Person untermauern. Und auch im Zusammenhang mit finanziellem Geiz ist mir schon ein Ausspruch wie ‚Geizig wie ein Jude‘ untergekommen. Hier ist der falsche Ort, über die Herkunft und die Rezeption derartiger Ausdrücke und ihrem Vorkommen in literarischen Werken oder im Film Ausdruck zu verleihen.

Es sind Vorurteile, die auf stereotypischen Konstrukten beruhen, die wiederum im kulturellen Gedächtnis tradiert sind und nicht konkret hinterfragt worden sind. Ich habe den Absender gefragt, wie er denn darauf komme, dass Bauern dumm wären und keine zufriedenstellende Antwort darauf erhalten. Es scheint, als kursierten immer noch nicht hinterfragte Floskeln, die sich dementsprechend auch sprachlich zeigen, wahrscheinlich kann ich mich selbst nicht ganz von der Materie lossprechen, immerhin bin ich Teil des Kollektivs.

Scham, Externalisierung und Schuldzuweisung

Doch zurück zur Scham. „Bei der Externalisierung von Schuld wird die Ursache der eigenen antisozialen Kommunikation externen Quellen oder einer anderen Person […].“[25] Die Projektionen der blinden Flecke auf Stellvertreter und Sündenböcke sind relevant auch bei der Lektüre von Weiße Flecken, weil sie im Zusammenhang stehen mit der Scham über das eigene Verhalten und Begehren und können insofern als Abwehrmechanismen bezeichnet werden. Neid beispielsweise ist auch eine Abwehrstrategie im Zusammenhang mit Scham. Denn Scham sei laut Julia Bucher häufig maskiert. „Solche Maskierungen nehmen u. a. die Form von Verachtung, Stolz, Spott, Neid, Trotz oder Zorn an. Aber auch emotionale Erstarrung oder Langeweile können Spielarten der Schamabwehr darstellen, indem sie das emotionale Erleben – und damit auch die Scham – verhindern. So unangenehm diese Emotionen auch sein mögen, so sind sie dennoch erträglicher als die Scham. Sogar die Liebe vermag eine Äußerung von Schamabwehr sein, denn sie transformiert das Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit in den Wunsch nach Verschmelzung mit dem Liebesobjekt […].“[26]

Scham als Abwehrmechanismus

„Als eine andere Abwehr gegen Scham kann Neid betrachtet werden. Subjektiv ist Neid jener Affekt, in dem man Ungleichheit mit Ungerechtigkeit gleichsetzt. In dieser Hinsicht stellt Neid einen seelischen Schmerz dar, der durch die Wahrnehmung der Diskrepanz zwischen Real-Selbst und Ideal-Selbst auftritt.“ [27] Der Vergleich mit anderen und das daraus abgeleitete Defizit bewirke Scham. Neid diene Neid der Affektabwehr gegen Scham als eine der vielfältigen Affektumkehrungen und sei ein Ausdruck einer schweren Entwertung des Selbst. [28]

„Zusammengefasst können die Gefühle des Ärgers, der Wut, der Verachtung und des Neids die Funktion erfüllen, sich gegen das Empfinden zu schützen, sich schwach, verletzlich und beschämt zu fühlen. Verachtung oder Geringschätzung lassen sich dergestalt konzipieren, dass die Scham, die man sich selbst gegenüber empfindet, nicht direkt erfahren, sondern auf eine andere Person umgelenkt wird im Sinne einer Externalisierung auf eine Person, die entweder Ähnlichkeit mit dem eigenen Selbstgefühl vorzuweisen hat oder über Eigenschaften verfügt, die man bei sich selbst vermeiden möchte. In der Verachtung wird Scham in den anderen »zurückverlegt« und dadurch von einem selbst entfernt. Verachtung kann somit als die projektive Identifikation der Scham verstanden werden.“[29] Die Gefühle der eigenen Wertlosigkeit werden externalisiert, der beschuldigte Andere wird dagegen als defekt und wertlos betrachtet, so dass das Selbstbild frei von schamerfüllten Defekten bleibt, weil eine erfolgreiche Externalisierung stattfindet.[30]

Scham und generationelle Übertragung

Scham kann über ganze Generationen hinweg übertragen werden. Es besteht laut Jens L. Tiedermann bei Schamkonflikten die Übertragung auf mehrere Generationen und damit auch die „transgenerationale Weitergabe von Schamthemen und Familiengeheimnissen.“[31] Es entsteht so etwas wie eine Schamtradition.[32] „Diese Loyalitätsbeziehungen können starke Über-Ich-Bindungen darstellen und dazu führen, dass beschämende Themen und Geheimnisse von einer Generation an die nächste weitergegeben werden. Diese generationenübergreifende Scham kristallisiert sich am häufigsten um Themen wie diese:

+ heimliche Abtreibungen und Kindstötungen,
+ nichteheliche Kinder,
+ Kinder aus inzestuösen Verbindungen oder aus Vergewaltigungen,
+ Kinder, die mit Missbildungen geboren wurden,
+ unrechtmäßig erworbenes Vermögen, Verschwendung, Konkurserklärungen,
+ Ehebrüche,
+ Gefängnisstrafen oder Aufenthalte in psychiatrischen Anstalten etc.“[33]

Scham und individuelle Familiengeheimnisse

Diese individuellen Familiengeheimnisse, die aufgrund von Scham über einen bestimmten Umstand, eine Person oder spezifische Handlungen bestehen und innerhalb der Familien die Generationen überdauern können in Verbindung stehen zugleich in Relation mit historischen Ereignissen oder bestimmten gesellschaftlichen Phänomenen. Das individuelle nimmt eine spezifische Position ein zum Kulturellen.

Ich glaube, dass jede und jeder irgendwie irgendwo eine derartige Begebenheit kennt oder aus eigener Erfahrung einordnen kann, worum es hierbei geht. Ich zumindest habe immer noch die Stimme von Oma oder Vater im Ohr, wenn ich einmal wieder gefragt hatte, warum etwas so oder so war, wieso, weshalb, warum, wie Kinder das ebenso machen, wenn sie merken, dass etwas nicht stimmig ist. Ich jedenfalls wurde abgespeist mit Floskel wie: „Das erzähle ich dir später. Dafür bist du noch zu klein. Frag mich, wenn du älter bist.“ Und so weiter und so fort. Ich kann diese Form der transgenerationalen Übertragung aus eigener Erfahrung bestätigen. Man kann diesem Phänomen wohl nur mit Bewusstsein, Achtsamkeit und Aufarbeitung begegnen und dem Willen zur Erkenntnis. Jedenfalls ist diese meine individuelle Bürde wohl der Grund dafür, warum ich mir die mir zustehende Schuldbildung erst sehr spät zurückgeholt habe.

Der weite Bogen von der Scham bis zurück zu Weiße Flecken

Sämtliche der beschriebenen Aspekte rund um Scham und daraus hervorgehendes Mobbing und Diskriminierung beziehen sich auf das Individuum und die Konstruktion bzw. Wahrnehmung seines Selbst sowie darüber hinaus natürlich auf mindestens einen Anderen, der dieses Selbst aus seinem Selbst heraus wahrnehmen kann. Eine Subjekt-Objekt oder auch Subjekt-Subjekt-Beziehung entsteht, die wiederum mindestens eine Perspektive aufweisen kann. Darüber hinaus erweitert sich das Konstrukt des Selbst und damit auch die Scham bezüglich verschiedener Aspekte in den Bereich einer Gemeinschaft oder einer ganzen Kultur. Und dies wird wiederum wichtig, wenn kulturell tradierte Stereotype wie die von mir zitierten Beispiele um Bauern oder Juden immer noch im Alltag sichtbar werden.

Ich habe jetzt einen sehr weiten Bogen geschlagen und komme zurück zu meinem Ausgangspunkt; der Betrachtung von Scham in Weiße Flecke von Lene Albrecht. Denn hier geht es um die Kategorien schwarz und weiß, es geht um Menschen und ihre Herkunft, es geht um Kolonialismus und Unterdrückung und vieles mehr. Wie hängt Scham damit zusammen? Das will ich mir an einigen Textpassagen genauer ansehen.

Die Scham, Erwartungen und unangemessenen Verhaltens

In ihrer togolesischen Unterkunft lernt Ellen den Pförtner Kofi kennen, einen Studenten an der Universität von Lomé, der Germanistik studiert, um an Schulen Deutsch unterrichten zu können. (S. 31) Ellen nimmt ihn als jung und attraktiv wahr, trotz der kastenförmigen und beigefarbenen Uniform, die seinen Körper entstellt. (S. 30) „Er trug eine runde Brille aus Horn, leichte Schatten unter den Augen und hatte einen schönen, vollen Mund, der sich nun zu einem Lächeln lang zog.“ (S. 30) Still und nett fällt er den meisten Gästen nicht auf und niemand ahnt, dass er die deutsche Sprache versteht. Es ärgere ihn manchmal, manchmal aber fühle er sich gut aufgehoben, wie ein Spion. (S. 30) Aber gerade diese Sprachkenntnis sei ihm zum Verhängnis geworden. Er erzählt Ellen von seinem Erlebnis.

Kofis Erlebnis

„Zwei Frauen mittleren Alters haben geradezu unangenehm ständig laut direkt neben mir über die Vorzüge afrikanischer Männer gesprochen. Kofi schüttelte den Kopf.
Sie hatten die Sandalen abgestreift, sagte er, standen dort drüben, barfuß im frisch gemähten Gras und rauchten. Beide trugen helle, weite Hosen aus Leinen mit Gummizug, dazu weiße Blusen, und die eine hatte sich ein Tuch um den Kopf gebunden wie die Frauen von hier. Sie schien noch mehr als die andere geschäftlich viel auf dem afrikanischen Kontinent herumgekommen zu sein, denn sie wusste, dass die Senegalesen die besseren Liebhaber sind, wohingegen die sogenannten Bumster – mit den Fingern malte er Anführungszeichen in die Luft– aus Gambia von den zahlreichen Kontakten mit weißen Frauen und ihrer Geschäftstüchtigkeit schon ganz verdorben sind. […]
Ich dachte, wenn ich sie auf Deutsch grüße, verstummen sie bestimmt.
Kofi sah zu Boden, schüttelte den Kopf. Ich dachte, sie würden sich schämen, aber meine Gegenwart schien sie nur noch zu befeuern
Und dann, fragte ich.
Ich will nicht wiederholen, was genau sie sagten, aber als eine der Frauen mich ausgiebig musterte, ahnte ich, dass ich besser geschwiegen hätte. Nun sprachen sie über meinen Körper wie über ein Stück aus dem Bauch eines Schweins auf dem Markt. Wie es wohl schmecken würde. Wie man es zu würzen hatte –
Es war dumm und obszön, bemerkte Kofi, und als die eine mich kichernd mit einem wilden Tier verglich, das ausgehungert über sie herfallen würde, sind mir augenblicklich sämtliche Sicherungen durchgebrannt. Ich habe einen kleinen wahnsinnigen Tanz für sie aufgeführt und ihnen damit einen ordentlichen Schreck eingejagt. […]
Natürlich hatten sie sich beschwert. Selbstverständlich glaubte man ihnen mehr als ihm. Aber am Ende hatte er sich nichts zu Schulden kommen lassen, sie nicht angegriffen oder beleidigt, und sein Chef, der ihn stets gefördert hatte, hatte ihm auf die Schulter geklopft und mit ernstem Ausdruck gesagt, so etwas machen wir nicht noch mal, in Ordnung, Kofi, als spräche er mit einem ungezogenen, aber einsichtigen Kind, das über die Stränge geschlagen hatte. Einsichtig im Hinblick darauf, dass es den Erwachsenen untergeordnet war.“ (S. 32-34)

„Ich dachte, sie würden sich schämen“

Wie ist es zu bewerten, dass diese Frauen sich in einem ihnen fremden Land über eine Person, die sie nicht kennen derart abfällig unterhalten und dann, als sie bemerken müssen, dass dieser Mann all ihre Gemeinheiten verstanden hat, sich nicht einmal genieren? Wieso fehlt hier die Scham? Ich denke, die Antwort ist bitter, nämlich, dass in dieser Szene ein Anspruchsdenken sichtbar wird (das auch schon bei der eingangs erwähnten Crusoe-Szene und der Unfähigkeit zum Perspektivwechsel sichtbar wird), das überdeckt, einnimmt und nur sich selbst kennt. Und wie soeben in den Definitionen beschrieben, keinerlei Empathie für andere besitzt. Es wird in dieser Szene weiterhin ein Machtgefälle sichtbar, dass es doch eigentlich gar nicht mehr geben dürfte. Heutzutage. Und doch ist es da. Weiße Frauen und schwarze Männer, die Animalisierung und inszenierte Wildheit, die für mich in der beschriebenen Szene fast Slapstick-artig wirkte wie eine Überlagerung, eine Konterkariertheit des überholten Gedankenguts, das Kofi ironisch aufführt, auch wenn er sagt, er habe „in einer Art Übersprunghandlung diese unerträgliche Situation beenden wollen.“ (S. 33)

Tatsächlich erinnert hat mich die Szene an den Film The Beauty Shop (2005) mit Queen Latifah in der Rolle der Hairstylistin Gina Norris. Der Film behandelt ähnliche Themen wie Weiße Flecken, natürlich aus einer anderen Perspektive. Die Szene, die mir im Kopf schwebt, zeigt Gina wie sie sich einen dekorativen Speer von der Wand nimmt und ihn mit wilden Grimassen schwingt. Diese Szene ist witzig und sie soll meiner Ansicht nach die Absurdität jenes Stereotyps bloßstellen, das auch in dem wilden Tanz von Kofi deutlich wird – das Klischee vom wilden schwarzen Mann. Denn es scheint ja immer noch der Stereotyp der Wildheit und des Animalischen an schwarzen Menschen zu kleben wie Ruß. Übrigens ist Ruß hier das Stichwort, das eine Überleitung zu meinem Beitrag zu Gottfried Kellers Romeo und Julia auf dem Dorfe darstellt, in dem ich die fremden Figuren der Vreni und des schwarzen Geigers eingehender betrachte.

Die Bitterkeit der Komik

Wie erwähnt hat die Szene, in der Kofi vor den weißen Frauen zum ‚wilden Tier‘ wird für mich etwas Lustiges, das jedoch begleitet wird von Bitterkeit. Denn inszeniert wird ja gerade das, was die Frauen offenbar in Kofi und in den Männern des Landes, in das sie gereist sind, sehen. Die Anspruchshaltung ist geblieben, die Herablassung auch. Ausbeutung ist ein Wort, das mir auch in den Kopf schwingt. Das Machtgefälle ist deutlich erkennbar, die Sexualisierung, die Herabstufung zum Objekt oder zu einem „einsichtigen Kind“ (S. 33) wie Kofi letztlich auch von seinem Chef behandelt wird. Schämen muss sich laut den beschämenden Parteien also letztlich er, obwohl die Frauen ihn verbal missbraucht haben. Hier wird darüber hinaus ein altes Klischee verkehrt, die Angst der weißen Frau vor dem schwarzen Mann. Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? Wer genau hinhört und hinsieht, der bemerkt unter frisch getünchten Wänden die alten Anstriche.

An anderer Stelle in Weiße Flecken begegnet Ellen entfernten Verwandten auf der generationellen Spurensuche und erfährt im Gespräch mit ihrer Mutter von ihrem Onkel, der mit einem Aufenthalt in Nigeria „den Grundstein für seinen Wohlstand gelegt haben musste. (S. 88) Und wie er von einem Mädchen erzählte, wie er sich vor ihr Respekt verschafft hätte (S. 89) und die „Mädchen es doch selbst wollten“. (S. 89) Es war jedoch „in der Fabrik irgendwann zu einem Konflikt mit den Arbeitern gekommen, weil die einheimischen Väter und Ehemänner ihre Arbeit niederlegten und streikten, sollten ihre Frauen nicht besser vor den Übergriffen der Weißen geschützt sein. (S. 89)

Externalisierungen, Erinnerungen und Vorurteile

Die in der Erinnerung der Mutter beim Gespräch mit Ellen aufblitzenden Vorurteile spiegeln sich auf vielfältige Art und Weise in Weiße Flecken, sind auch in der gerade beschriebenen Szene mehrfach präsent. „Die Faulheit der Einheimischen, die schlechte Hygiene, Unverständliches. Dann wieder komplett schwärmerisch. Die Lebensfreude, das romantisch Wilde, freie Sexualität, zurück an den Ursprung und so weiter und so fort.“ (S. 88) Dazu gehören die nicht im eigenen Land ausgelebten Begehren, zu denen beispielsweise freie Sexualität zählt. Es werden Externalisierung im anderen Land unter Gewalteinwirkung und Machtausübung zelebriert und schwelgerisch ausgelebt und Gewalttaten sogar mit dem Einvernehmen der Beteiligten gerechtfertigt, ohne die eigenen Aktionen zu hinterfragen. Wieder diese egozentrische Perspektive und das Anspruchsdenken. Diese Projektionen existieren noch, vielleicht nicht in dem damaligen Ausmaß, aber sie sind weiterhin vorhanden. Wie Plastik, das sich in mikrofeine Teilchen zersplittert im Meer findet und dort in die Körper der Tiere gelangt, die wir essen und die damit zu einem ewigen Kreislauf der Auswaschung gehören.

Aufarbeitung eigener Scham anhand von Figuren?

Es gibt eine Verbindung zwischen dem Erlebnis einer Figur und einem Erlebnis der Autorin. Fleur ist Anthropologin aus den Niederlanden und „forscht zur Geschichte der Stoffe, ihren Handelswegen und der Wahrnehmung (S. 69). Fleur ist ist „nicht weiß“ (S. 110) denn „ihr Vater kam aus Ghana“ (S. 111), doch sie selbst kennt das Land kaum. Fleur erzählt Ellen von ihrem Erlebnis ihrer Reise durch Ghana nach Cape Coast zur Door of No Return, das „Knoten zwischen dem afrikanischen Hinterland, Europa und den Plantagen der Neuen Welt gewesen war.“ (S. 149):

„Als wir in die Kellergewölbe hinabstiegen, spürte ich eine Beklemmung, auf die ich nicht vorbereitet gewesen war. Hier unten hatte man Menschen monatelang eingesperrt, ehe sie die Burg über den Strand verlassen musste, um mit einem Schiff nach Amerika oder zu einem der Umschlagplätze in Europa verfrachtet zu werden. Die Luft dort unten war feucht. Als der Guide uns eine der Zellen zeigte, die mit schweren Apparaturen aus Eisen versehen waren, für die Fußfesseln, wollte ich umkehren, nach oben, an die Luft, aber mir war klar, dass ich alleine hinter unten verloren war. Niemals hätte ich den Weg gefunden, also folgte ich der Gruppe und den Ausführungen eines Guides. Ich sah die eingeritzten Striche an den Wänden und Überbleibsel von selbst gebauten Altären. Von wo die Menschen hineingeführt wurden und so sie Monate später aus dem Bauch der Festung auf die Schiffe gelangten, verschlossen von der Door of no Return, einem riesigen Tor. Auf der Rückseite hatte jemand ein Schild angebracht, das sagte Door of Return, als wäre das möglich, die Geschichte aus umgekehrter Richtung zu betreten.
In eine der Kammern fiel kaum Licht. Es war die Kammer für jene, die rebellierten. Wer wolle, sagte der Guide könne die Kammer jetzt verlassen. Er werde die Tür schließen, nur für eine Minute. Ehe ich verstand, war er verschwunden. Es war so dunkel, dass wir uns gegenseitig atmen hörten. Ein Stoff raschelte. Ich bekam keine Luft. Mein Ohr fiepte. Dann hörte ich, wie der Guide die Tür wieder öffnete. Mit dem hereinfallenden Licht sah ich, wie ein Mann und eine Frau sich umarmten; sie hatte den Kopf an seinem Hals vergraben. Er weinte, ich weinte auch, und plötzlich spürte ich eine Hand, die meine fest umschloss.
It’s alright, sagte der Mann, der mich jetzt in den Arm nahm. […] Erst als er mich losließ, verstand ich, dass er glaubte, ich wäre eine von ihnen. Eine Afroamerikanerin, auf der der Suche nach ihren Wurzeln, Heilung. Ich schämte mich, aber es schien mir bereits zu spät, um den Irrtum aufzuklären. Absichtlich ließ ich mich zurückfallen. Er schien meinen Wunsch, allein zu sein, zu respektieren und nickte mir beim Abschied aus der Ferne höflich zu. Auf dem Vorplatz stand eine Reihe von Kanonen, die aufs offene Meer zeigten. Eine junge Frau kletterte auf eine hinauf, sie trug Jeans, einen Pferdeschwanz. Mit den Beinen umschlang sie den Kanonenlauf, während ihr Begleiter lachend ein Foto von ihr knipste. Ich wollte hinübergehen und ihr mit der Faust ins Gesicht schlagen. Ich war überrascht von der Kraft meiner Wut, ich schämte mich, es schien, als würde die Wut nicht mir gehören.“ (S. 149-151)

Es ist der letzte Teil der sogleich in eine andere Perspektive gerückt werden wird, die junge Frau aus den Niederlanden mit afroamerikanischen Wurzeln, die sieht wie eine junge Frau auf eine Kanone klettert und ein Touristenfoto machen lässt – auf einem Überbleibsel der Gräuel des Kolonialismus und damit einem Symbol der Gewalt. Am Ende von Weiße Flecken wird diese Szene in Beziehung zur Autorin gesetzt, die Wut kann mit Scham erklärt werden.

Die biografische Verbindung mit der literarisch inszenierten Scham

„Die Autorin bleibt an einem Bild hängen und betrachtet es eingehender. Ein Foto, nur ein Schnappschuss. Seit dem Moment der Aufnahme sind zwölf Jahre vergangen. Die Autorin sucht nach Spuren, äußerlichen Anzeichen; wo genau hat sich die Zeit hier eingerieben?
Sie erinnert sich an das dunkelblaue T-Shirt, das sie getragen hat, einfache Jeans, die längst nicht mehr passen nach zwei Schwangerschaften. […] Die Autorin empfindet ein vages Gefühl der Verbundenheit mit dieser jungen Frau, die sie gewesen ist, aber auch Scham. Es war ein schwüler Tag, die Luft schmeckt wie feuchte Pappe. Über den Himmel spannt sich eine Haut wir kurz vorm Gewitter. Die bunt angemalten Boote am leeren Strand sehen aus der Entfernung aus wie achtlos im Sand verstreute Bonbonpapiere. Als Touristin in Cape Coast besucht sie die Festung. […] Sie läuft durch die Feste, als wäre sie nur zufällig hier. Und vielleicht ist es auch so. Draußen dann klettert sie auf eine der Kanonen. Warum, fragt sich die Autorin heute. Hat sie nicht das grausame Symbol darin gesehen? Die Gewalt? Das Stutzen der Umstehenden angesichts der Handlung?
Die Kanonen sind da, bieten sich an.
Ein Bein rechts, das andere links, so sitzt sie auf dem Kanonenlauf, während ihr Begleiter eilig die billige Digitalkamera hervorkramt. Auf dem Foto streckt sie den Arm aus, als wolle sie danach greifen. Das Bild festhalten oder ihn von seinem Vorhaben abbringen. In jenem Moment drückt er schon den Auslöser. Die Mehrheit der Fotos ist im Laufe der Jahre verlorengegangen.
Der Begleiter hat sie versehentlich von der Festplatte gelöscht, was die Autorin durchaus als Verlust empfindet. Dieses Bild aber ist geblieben. Beim erneuten Anblick wundert sich die Autorin. Mit dem Nagel des rechten Daumens fährt sie kurzerhand über das Bild, kratzt am Horizont. Aber es ist kein Wasserfleck, sondern wirklich ein Schiff, das sich da außerhalb des Sichtfeldes der jungen Frau ins Bild bewegt.“ (S. 249-250)

Fiktionale Relationen verschriftlichen

Wenn ich einmal die Gelegenheit bekommen sollte, dann werde ich Lene Albrecht fragen (wenn ich mich traue), wie der Epilog und die Rolle ‚der Autorin‘ zu bewerten sind und inwiefern eigene Erfahrungen in die Szene einspielen. Vielleicht ist die Wut ausschlaggebend, die deutlicher werden kann durch jemand anderen? Jedenfalls geht es um Scham, eine Beschämung. Ist mit ‚der Autorin‘ Ellen gemeint oder bezieht sich die Szene auf reale Erlebnisse? Tatsächlich hatte ich es zuerst so gelesen, doch dann meine eigene Anspruchshaltung bemerkt. Ganz schön vermessen, das einfach vorauszusetzen, dachte ich mir dann. Denn ich kann es letztlich nicht wissen. Darum stelle ich einfach einige Fragen. Handelt es sich bei dieser Referenz am Ende um Buße? Um eine Form der Abbitte? Geht es um ein Sichtbarwerden des damaligen Selbst? Und wenn ja, warum? Oder ist dies ein Angebot zur Erklärung, wie es in vielen Epilogen von Autorinnen und Autoren nachgeschoben wird. Das hat immerhin auch Vladimir Nabokov in seinem Nachwort zu Lolila (hier der Beitrag dazu) so gehandhabt. Wie viele Perspektiven kann die Szene bedienen, wenn sie zugleich auch die Rezipienten und ihren durch Lektüre entstehenden Voyeurismus einbezieht, das Mitbeobachten? Vielleicht kann die Figur Fleur Antwort geben:

„Ich glaube, sagte Fleur, es ist die Scham. Wir schämen uns für unsere Herkunft. Wir schämen uns dafür, zu reich zu sein. Wir schämen uns aber auch dafür, arm zu sein. Wir schämen uns für unser Nicht wissen. Für das, was wir wissen. Was uns unterschiedet. Sie machte eine Pause, und er sich schämt, versteckt sich. Und wer sich versteckt, ist niemals aufrichtig.“ (S. 148-149)

Fiktionale Grenzziehung in Weiße Flecken

Es fällt auf, dass hier von ‚der Autorin‘ geschrieben wird, in dritter Person, was vage und unbestimmt ist und Anonymität herstellt, eine Grenze zieht, einen Graben der Fiktion. Vielleicht ist es gerade das – es lädt zur Identifizierung ein – gerade aufgrund der angebotenen Rollenbilder – die Freundin und der Freund im Urlaub besuchen eine Sehenswürdigkeit. Sie sind jede und jeder – sie könnten die typischen deutschen Touristinnen und Touristen sein, die mit ihren Flip-Flops über blutgetränkte Felder der Gräueltaten schlappen, sich besetzend auf Kanonen pflanzen und „nicht das grausame Symbol darin gesehen“ haben. (S. 250)

Die Autorin ist damit nicht alleine in ihren Handlungen, sondern sie steht für etwas, sie wird zur Metapher, ist schließlich auch nur eine Figur, eine Rolle am Ende eines Romans. Das funktioniert nur über diese bewahrte Anonymität. Aber ich kann nur vermuten, letztlich habe auch ich meine Perspektiven und die sind subjektiv.

Es gibt viele weitere Textpassagen, die sich mehr oder weniger mit Scham beschäftigen.

Weitere schambehaftete Szenen: Abtreibung

„Ein junger Assistenzarzt hielt währenddessen meine Hand. Nach dem Aufwachen musste ich mich übergeben.
Ich erzählte niemandem davon. Nicht einmal Neda ahnte etwas
Ich hatte mich gerade erst an den Gedanken des Kindes gewöhnt, wie sollte ich von seinem Abschied erzählen, den ich selbst kaum fassen konnte. Ich schämte mich für einen Körper, der nicht tat, was er sollte. Der mich hinterging. Erst wurde er schwanger, ohne dass ich es gewollt hatte, dann ließ er das Kind sterben, und zu allem Überfluss hielt er es auch noch fest.“ (S. 243)

Ungewollte Schwangerschaften und dazu noch Abtreibung sind nach wie vor Themen, die mit Scham behaftet sind. Aus diesem Grund wird dies auch von Ellen geheim gehalten.

Weitere schambehaftete Szenen: Nachkommen

Ellen weiß lange nichts von ihrer Urgroßmutter, an Bruchstücker erinnert sie sich erst mit dem Fund eines Fotos wieder. Ihre Urgroßmutter sei um 1900 mit dem deutschen Vater von Panama nach Hamburg übergesetzt, die Mutter und Geschwister blieben zurück. (S. 107)

„Warum er ausgerechnet sie auswählte, ist ungewiss, aber es hieß, sagte meine Mutter, als ich sie danach fragte, dass meine Urgroßmutter sein Lieblingskind war und, das fügte sie nach einer Pause hinzu, für ein Kind afropanamischer Abstammung ungewöhnlich helle Haut hatte. (S. 107)

Ist es Scham im Zusammenhang mit dem Aussehen der Nachkommen, die verantwortlich ist für das Zurücklassen der anderen Kinder? Und hat das nicht auch wieder mit dem Vorurteil des Auslebens von sexuellen Freiheiten zu tun?

Weitere schambehaftete Szenen: Voyeurismus

„Ich erinnere mich an ein Foto, auf das ich zufällig im Internet gestoßen bin. Ein Porträt einer jungen namenlosen Frau in Léopoldville um 1920, es geht mir seither nicht mehr aus dem Kopf. Ihr Oberkörper ist nackt, und auf eine seltsame Art wird diese Nacktheit durch den Arm den sie sich schützend um den Kopf und über die Augen legt, unterstrichen. Auch jetzt noch wird mir flau, wenn ich daran denke. Es dauerte eine Weile, bis ich mein Gefühl benennen, es einordnen konnte.
Ich schämte mich für meinen Blick.
Ich wollte ihn abwenden.
Ich konnte nicht.“ (S. 227)

Dass der Blick schambehaftet sein kann, Scham über das Sehen hergestellt wird, das ist auch schon bei Sartre nachlesbar.

Weitere schambehaftete Szenen: Genuss und Scham

„Die Freiwilligen machten Fotos, die sie als Schnappschüsse an Daheimgebliebene verschickten oder posteten, was wiederum die Fiktion nährte, in Afrika sähen alle Männer wie Bob Marley aus. Seine Tandempartnerin und er hatten sich während ihrer Kurztrips sehr entspannt; ein wenig hatten sie sich dafür geschämt, diese Fiktion gleichermaßen zu genießen. (S. 66)

Die Freiwilligen, das sind junge Menschen, die sich für NGOs engagieren, sich aber wie Touristinnen und Touristen verhalten. Erklärt wird mit ihnen ein indirekter Zusammenhang mit dem Titel Weiße Flecken: „Nirgendwo sonst hatte er in Togo so viele junge Weiße an einem Fleck gesehen, sie liefen in Gruppen, sahen nahezu identisch aus in ihren Complets, den nach einheimischer Art geschnittenen Kleidern, Mädchen wie Jungen, außerdem hatten sie alle Flechtfrisuren.“ (S. 65)

Weitere schambehaftete Szenen: Schreiben als Berufung

„Dann, antwortete er sich schließlich selbst, schreiben Sie also ein Buch über das hier. Er machte eine ausladende Begegnung mit dem Arm, bei der seine Hand am Ende auf seiner Brust zum Liegen kam. Das Schmunzeln, welches seine Geste begleitete, konnte sich als Ironie, aber auch eine seltsame Scham deuten lassen, die das Sprechen über das Schreiben oft begleitet.“ (S. 34)

Nicht nur Gemeinschaften fallen unter stereotype Vorurteilsbildungen, sondern auch Berufsgruppen. Ich hatte bereits mein Bauern-Beispiel erwähnt. Germanistik-Studierenden werden oft zweifelhafte Fragen über Ernsthaftigkeit ihrer Wahl gestellt. Auch Autorinnen und Autoren werden häufig belächelt, Schreiben, welch brotlose Kunst. Sofern man nicht Daniel Kehlmann, J. K. Rowling oder Stephen King heißt, den Deutschen Buchpreis gewinnt oder einen echt guten Bestseller schreibt, gehört man auch eher nicht zu den Top-Verdienern.

Beschluss

Ich habe mit diesem Beitrag gerade einmal an der Oberfläche von Weiße Flecken gekratzt und mich gezielt auf die Inszenierung von Scham gestürzt. Diesbezüglich ist Luft nach oben. Es gilt, die Scham in Beziehung zu setzen mit den betreffenden Themen: Kolonialismus, Rassismus, Diskriminierung, Herkunft, Erinnerung, Missionieren, Kapitalismus und mehr. Natürlich sind gerade die Inszenierungen der Figuren interessant, denn in Relation zu den genannten Themen werden Diskurse eröffnet, die sich anhand der Figurenkonzeption und den Dialogen in Beziehung setzen lassen. Figuren haben aufgrund ihrer Konstruktion Anteil an der menschlichen Anthropologie, gerade darum lässt sich auch Scham analysieren. Es gibt noch ein zweites Thema, für das ich mich im Rahmen der Lektüre von Lene Albrechts Weiße Flecken interessiere: Das Erzählen im Zusammenhang mit den hier wiederholt genannten Themen und der dahinterstehenden Funktion.

Mein Statement zur Scham

Jeder Beitrag betrifft mich und meine Identität wenigstens in geringem Ausmaß. Ich neige zum detaillierten Schreiben, das ist bei mir tatsächlich schambesetzt. Als meine Deutschlehrerin vor einer Prüfung durch die Klasse rief: Aber schreib nicht wieder so viel, Katrin! Da habe ich mich geschämt. Man bekommt eine Aufgabe gestellt und soll sie präzise beantworten. Es ist nicht mein Problem, wenn keine Zeichenbegrenzung angegeben wurde. Mich ständig anpassen zu müssen, das fühlt sich an wie Verleugnen meiner Selbst. Ständig muss ich mich einschränken und begrenzen. Ich will mich nicht für meine Stärken schämen. Alles, was andere wissen, kann ich mir selbst aneignen. Wozu soll ich mich selbst erniedrigen, das ist überhaupt nicht mein Stil. Und ich (die ehemalige Fußball-, Hockey- und Volleyballspielerin) nicht teamfähig und überlastet?! Ein Witz! Aber es ist natürlich einfacher für viele Menschen, die eigenen Unzulänglichkeiten auf Angestellte zu externalisieren, von denen man ausgeht, dass sie über die ständigen Beleidigungen, Falschinformationen und Jammereien wegen ihrer eigenen kaputten Ehe, gemeinen Kollegen, dem Alter und steigenden Gewicht schweigen müssen, damit der Ruf nicht angekratzt wird. Das funktioniert auch, denn letztlich ist diese Form von Kontrolle für solche Leute Opium, der Orgasmus, den sie zuhause nicht mehr kriegen. Und alle machen mit.

Literatur:

Albrecht, Lene: Weiße Flecken. Frankfurt am Main 2024.

Bucher, Julia: Scham. In: Glossar der Vulnerabilität. Hg. von Markus Dederich und Jörg Zirfas. Wiesbaden 2022, S. 345-356.

Lutherbibel 1984, revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe 1999, Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart: 1. Mose 3.6-10, online unter: https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lesen/LU84/GEN.3/1.-Mose-3 (zuletzt aufgerufen am 18.03.2024).

Merkin, Rebecca S.: Von der Scham zur Schuld: Zur Überwindung von Mobbing in verschiedenen Kulturen und in den USA. In: Der Wert der Scham. Die Erforschung einer Gesundheitsressource in kulturellen Kontexten. Hg. von Elisabeth Vanderheiden und Claude-Hélène Mayer. Cham 2023, S. 241-268.

Resneck-Sannes, Helen: Scham. Der Wunsch gesehen zu werden und das Bedürfnis sich zu verstecken. In: Bioenergetic Analysis, 29 (2019), S. 41–60. https://doi.org/10.30820/0743-4804-2019-29-DE-41, S. 41-60.

Sartre, Jean-Paul: Das Sein und das Nichts- Versuche einer phänomenologischen Ontologie. Reinbek bei Hamburg 1987.

Tiedemann, Jens L.: Scham. Gießen 2013 (Analyse der Psyche und Psychotherapie 7).


[1] https://www.fischerverlage.de/autor/lene-albrecht-1019289 (zuletzt aufgerufen am 17.03.2024). [2] Lutherbibel 1984, revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe 1999, Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart: 1. Mose 3.6-10, online unter: https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lesen/LU84/GEN.3/1.-Mose-3 (zuletzt aufgerufen am 18.03.2024). [3] Albrecht, Lene: Weiße Flecken. Frankfurt am Main 2024, S. 140-141. [4] Resneck-Sannes, Helen: Scham. Der Wunsch gesehen zu werden und das Bedürfnis sich zu verstecken. In: Bioenergetic Analysis, 29 (2019), S. 41–60. https://doi.org/10.30820/0743-4804-2019-29-DE-41, S. 41-60, S. 42. [5] Ebd., S. 44. [6] Ebd., S. 42. [7] Bucher, Julia: Scham. In: Glossar der Vulnerabilität. Hg. von Markus Dederich und Jörg Zirfas. Wiesbaden 2022, S. 345-356, S. 345. [8] Sartre, Jean-Paul: Das Sein und das Nichts- Versuche einer phänomenologischen Ontologie. Reinbek bei Hamburg 1987, S. 347. [9] Bucher: Scham, S. 346. [10] Ebd. [11] Ebd., S. 347. [12] Ebd., S. 348. [13] Ebd. [14] Tiedemann, Jens L.: Scham. Gießen 2013 (Analyse der Psyche und Psychotherapie 7), S. 11. [15] Ebd. [16] Merkin, Rebecca S.: Von der Scham zur Schuld: Zur Überwindung von Mobbing in verschiedenen Kulturen und in den USA. In: Der Wert der Scham. Die Erforschung einer Gesundheitsressource in kulturellen Kontexten. Hg. von Elisabeth Vanderheiden und Claude-Hélène Mayer. Cham 2023, S. 241-268., S. 242. [17] Ebd. [18] Ebd., S. 243. [19] Ebd. [20] Ebd., S. 250. [21] Ebd. [22] Ebd. [23] Ebd. [24] Ebd., S. 251. [25] Ebd., S. 252. [26] Bucher: Scham, S. 350. [27] Tiedemann: Scham, S. 99. [28] Ebd. [29] Ebd., S. 98. [30] Ebd., S. 99. [31] Ebd., S. 117. [32] Ebd. [33] Ebd.

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