Schlagwort: Schreiben

Wer steht hinter Literarische Gedankenexperimente?

Hinter den literarischen Gedankenexperimenten stehe ich – eine Literaturwissenschaftlerin, die in Texten entdeckt, was andere übersehen.

Nach meinem Studium der Literaturwissenschaft mit Schwerpunkt auf mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Literatur fasziniert mich bis heute, wie Geschichten über Jahrhunderte hinweg wirken und uns prägen. Was als wissenschaftliche Neugier begann, ist zu einer Leidenschaft geworden: Ich erkenne Muster in unterschiedlichen Erzählungen, analysiere Figuren undsuche nach verborgenen Verbindungen – das sind meine Gedankenexperimente. Dabei interessiert mich nicht nur, was Autorinnen und Autoren geschrieben haben, sondern auch das, was zwischen den Zeilen steht und wie es mit unserer heutigen Welt in Resonanz tritt.

Derzeit arbeite ich an drei Projekten: einer Studie zur historischen Figurennarratologie in der frühneuzeitlichen Novellistik, einem medienhistorischen Vergleich zweier Widmungsbriefe sowie einem Beitrag zur Intermedialität auf Basis unveröffentlichter Quellen.
Mehr über meine Interessen gibt es unter Über mich.

  • Joe Brainard’s I Remember: eine literarische Erinnerungsmaschine

    Ich erinnere mich – wie oft sagen wir diesen Satz eigentlich? Mal bewusst, mal achtlos, mal automatisch und floskelhaft, mal mit einem wehmütigen Stich im Herzen, mal sehnsuchtsvoll oder im Gedanken an ein Ereignis, weil wir einen bestimmten Duft wahrgenommen haben. Dabei ist die Erinnerung an sich etwas, das eigentlich gar nicht mehr da ist,…

  • WIR KOMMEN – Dialog im kollektiven Ich: Sex, Alter, Begehren – Scham, Schweigen, Tabus

    WIR KOMMEN ist ein Kollektivroman. 18 Autor*innen aus mehreren Generationen tauschen sich im Dialog gemeinsam über weibliches Begehren, Sex und Alter aus. „In einem einzigartigen Experiment verbindet ›WIR KOMMEN‹ die Stimmen von Autor*innen verschiedener Identitäten und Herkünfte zu einem kollektiven Roman.“ Das steht im Klappentext. Es geht also um einen offenen Austausch über Themen, die…

  • Olga Martynova – Der Engelherd

    Der mögliche Erwerb nicht-propositionaler Erkenntnis durch Lektüre [Johanna sagte:] »Ich denke oft, die Nazis haben so viel Schuld auf uns Deutsche geladen, die jedoch nie gebüßt wurde.« [Lu antwortete: »…] wir sind die lebensunfähigste Generation aller Zeiten, von Neurosen befallen wie noch nie in der Geschichte, alle depressiv, alle entnervt, handlungsunfähig […].«[1] Die Schuld betrifft…

  • Three Thousand Years of Longing Analyse: Intertextualität, Dialogizität & Liebe zum Erzählen

    Three Thousand Years of Longing (2022), ein Film von George Miller über die Liebe zum Erzählen und über die Wissenschaft der Narratologie mit Tilda Swinton in der Hauptrolle der Dr. Alithea Binnie, beginnt mit folgendem Satz: „Mein Name ist Alithea. Meine Geschichte ist wahr. Doch Sie werden mir wohl eher glauben, wenn ich sie wie…