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Wer steht hinter Literarische Gedankenexperimente?

Hinter den literarischen Gedankenexperimenten stehe ich – eine Literaturwissenschaftlerin, die in Texten entdeckt, was andere übersehen.

Nach meinem Studium der Literaturwissenschaft mit Schwerpunkt auf mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Literatur fasziniert mich bis heute, wie Geschichten über Jahrhunderte hinweg wirken und uns prägen. Was als wissenschaftliche Neugier begann, ist zu einer Leidenschaft geworden: Ich erkenne Muster in unterschiedlichen Erzählungen, analysiere Figuren undsuche nach verborgenen Verbindungen – das sind meine Gedankenexperimente. Dabei interessiert mich nicht nur, was Autorinnen und Autoren geschrieben haben, sondern auch das, was zwischen den Zeilen steht und wie es mit unserer heutigen Welt in Resonanz tritt.

Derzeit arbeite ich an drei Projekten: einer Studie zur historischen Figurennarratologie in der frühneuzeitlichen Novellistik, einem medienhistorischen Vergleich zweier Widmungsbriefe sowie einem Beitrag zur Intermedialität auf Basis unveröffentlichter Quellen.
Mehr über meine Interessen gibt es unter Über mich.

  • Hey guten Morgen, wie geht es dir? – Alter, Ausbeutung, Depression, Sehnsucht

    Martina Hefters Roman Hey guten Morgen, wie geht es dir? wird oft zunächst mit dem Phänomen des Love-Scamming verbunden. Tatsächlich habe ich das auch in meinem Einführungsbeitrag zum Buch getan. Doch aufmerksame Leserinnen und Leser werden bei der Lektüre schnell bemerken, dass es um sehr viel mehr geht. Mich interessieren insofern diesmal neben den offensichtlichen…

  • Dagmar Herzog Eugenische Phantasmen: Die dunkle Geschichte der Eugenik

    Einführung: Eugenik als historische und aktuelle Herausforderung Eugenische Phantasmen von Dagmar Herzog ist eine bedeutende Studie zur Geschichte und Wirkung der Eugenik im 20. Jahrhundert, besonders im Nationalsozialismus. Die Studie befasst sich mit der Geschichte und den Auswirkungen der Eugenik im 20. Jahrhundert insbesondere in der Zeit des Nationalsozialismus. Es beleuchtet, wie eugenische Ideen nicht nur…

  • Aurora Venturini – Die Cousinen – Kunst, Sprache, Frauen

    Die Cousinen ist ein Roman der argentinischen Schriftstellerin Aurora Venturini, wobei die spanischsprachige Originalausgabe erstmals 2007 und erweitert 2020 unter dem Titel Las Primas bei Tusquets in Buenos Aires veröffentlicht wurde. Johanna Schwering erhielt 2023 den Preis der Leipziger Buchmesse 2023 in der Kategorie ›Übersetzung‹. Dadurch wurde ich auf das Buch aufmerksam. Jetzt habe ich…

  • Olga Martynova – Der Engelherd

    Der mögliche Erwerb nicht-propositionaler Erkenntnis durch Lektüre [Johanna sagte:] »Ich denke oft, die Nazis haben so viel Schuld auf uns Deutsche geladen, die jedoch nie gebüßt wurde.« [Lu antwortete: »…] wir sind die lebensunfähigste Generation aller Zeiten, von Neurosen befallen wie noch nie in der Geschichte, alle depressiv, alle entnervt, handlungsunfähig […].«[1] Die Schuld betrifft…

  • Romeo und Julia auf dem Dorfe – Gottfried Keller – Liebe, das Fremde und der Tod

    Dieser Beitrag behandelt Gottfried Kellers (19.7.1819 – 15.7.1890) Novelle Romeo und Julia auf dem Dorfe im Zusammenhang mit der Darstellung fremder Figuren. Ursprünglich wollte ich mich auch hier auf intertextuelle Bezüge konzentrieren, doch ergaben sich erstaunliche Parallelen zu einer Ausarbeitung aus meinem Studium im Zusammenhang mit dem Sinngedicht von Keller im Rahmen der interkulturellen Literaturwissenschaft.[1]…